Festival 2018

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Festival-Öffnungszeiten:
Eröffnung: Sa 2. Juni 2018, 17 – 24 Uhr
So 3. Juni 2018, 17 – 21 Uhr
Mi 6. – So 10. Juni 2018 und Mi, 13. – Sa 16. Juni 2018, 17 – 21 Uhr
Festivalfinale So 17. Juni 2018, 17 – 24 Uhr

Von 2. bis 17. Juni gestalten rund 152 national und international tätige Kunstschaffende 36 Kunst-Projekte zum Thema „Jenseits des Unbehagens – Vom Arbeiten an der Gemeinschaft“, darunter Konzerte, Ausstellungen, Workshops, Interventionen im öffentlichen Raum, wachsende Archive, Performances, Filmscreenings, Diskussionsveranstaltungen, Kindertheater sowie ein Symposium.

Wenn der Boden wankt und sich die Angst um eine sichere Zukunft wie ein Feuer ausbreitet, dann ist das zarte Flämmchen, das für Demokratie steht, im Herzen vieler Menschen am erlöschen. Es wächst das Unbehagen und damit die Kraft der gesellschaftlichen Spaltung, die dazu führt, die Anderen, die Schwächeren, auszuschließen. Wenn das die Realität ist, verlieren am Ende alle.

Der Wert von Demokratie kommt mit handfesten Dingen: Bildung, Perspektive, soziale Zugehörigkeit, Qualität der Arbeit. Demokratische Werte erscheinen aber angesichts der vielen Krisen, die das Leben der Menschen in unterschiedlicher Heftigkeit berühren, zunehmend sinnentleert und in Frage gestellt. Ist die Demokratie zu retten?

Die Komplexität der Fragen um die Zukunft und die Herausforderungen, die zukünftige Generationen erwarten, sind – auch angesichts der medialen Überflutung – nicht mehr überschaubar. Denn jedes Thema, jedes Problem steht in einer oft ungeahnten Vielzahl an Zusammenhängen.

Andererseits ist es erstaunlich, wie schnell ein System der Interdependenzen zusammenzubrechen droht, wenn die Rädchen ins Stocken geraten – sei es durch Naturgewalten oder endloser Macht- und Ressourcenkonflikten wie im Nahen Osten und in Nordafrika.

Die Folgen – Entwurzelung, Flucht, Radikalisierung, Armut, Tod – bekommen alle zu spüren.

Wenn sich eine demokratisch organisierte, „heile“ Welt bedroht fühlt, wenn ein Nationalstaat in den Strudel des Weltgeschehens gerät, enttarnt sich das neoliberale System, das sich, solange die Verhältnisse halbwegs komfortabel sind, gar nicht bloßstellen will. Denn es will unter dem Deckmantel der Demokratie und solange es geht, alles verschlingen.

Was soll die Menschen künftig zusammenhalten? Wie wären in den westlichen Post-Wohlfahrtsländern, in den fragmentierten multikulturellen Gesellschaften, die sozialen Spannungen zu entschärfen? Wie findet man Wege für ein gemeinsames Gespräch, Kriterien des Umgangs, die ein Miteinander ermöglichen würden? Respekt wäre eine nützliche Kategorie. Anerkennung des Anderseins eine andere. Und vielleicht die wichtigste: Vertrauen an unsere Fähigkeit, die Zukunft zusammen zu gestalten, jenseits des Misstrauens und des Unbehagens.

Beim Ausbau und bei der Verstärkung demokratischer Werte spielen zweifellos Kunst und partizipatorische Praxen eine wichtige Rolle. Ziel des Festivals ist es, die Sichtbarkeit dieser Praxen zu erhöhen, neue Räume für Reflexion zu schaffen, Allianzen zwischen Kunst- und Kulturschaffenden, Aktivist*innen und Publikum zu bilden und eine neue Kultur des Zuhören und des Dialogs zu fördern.