Wer definiert die Welt?

 

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Und welche Welt?

Global zu denken und sich die Erde behelfsmäßig zurechtzuschrumpfen, dass sie gut in den Mund passt und ausreichend Spielraum lässt für die Artikulation der Zunge, bedarf es Methoden, die sich von talentierten Vorbildern in den Medien mit ihren immerwiederkehrenden Ritualen der politischen und emotionalen Verzierungen und Verzerrungen gut abschauen lassen.

Die Sicht auf »Welt« entsteht aus einer Überfülle an Einflüssen und Überlappungen. Daher ist es sehr mühsam, vielleicht gar unmöglich, Wesentliches zu erkennen, herauszufiltern, zu verstehen, zu relativieren.

Oft wiegt sich der Blick in der Ferne in beruhigender Unschärfe, wo die (Sehn-) Sucht danach, die ganze emotionale Palette zu befriedigen, gespeist werden kann.

Ganz nah aber, nebenan schon, lauern die vielen Welten, die bedrohlich auf Konfrontation warten. Voller Angst und Schrecken ist ihnen nur in lebenslangen physischen und geistigen Ausweichmanövern zu entkommen.

Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit: nämlich das, was unbekannt und fremd ist oder auch im Unterbewusstsein schlummert, zu beobachten, zu untersuchen, zu sichten.

Das Sichten von Lebensweisen, Perspektiven, Abläufen, die per se in sich geschlossen zu sein scheinen und doch in vielen verschiedenen Zusammenhängen und Abhängigkeiten koexistieren, soll für die Künstlerinnen und Künstler, die heuer an SOHO teilnehmen, eine Herausforderung sein.

Manchmal ist es nur ein Mangel an Kommunikation, welcher die Sicht versperrt.

Ula Schneiderdownload