Projekt-/Veranstaltungs-Ort, Öffnungszeiten:
17 Brunnenpassage - Yppenplatz (gegenüber Brunnengasse 70)
2007-05-19 | 14.00: living books (Tag 1 von 3)
Schon einmal einen Menschen „gelesen“?
Bei „living books“ können BesucherInnen lebendige „Bücher“ für ein Gespräch „ausleihen“. An den „Buchtiteln“ haften gängige Vorurteile. Aber nachdem die Bücher „gelesen“ worden sind ...
Am 19.5. war die erfolgreiche "Premiere" mit vielen begeisterten "LeserInnen" im Alter von 5 bis 80 Jahren!
Die weiteren Termine und öffnungszeiten von living books:
25. Mai 2007, Freitag, 14:00 bis 21:00 Uhr
26. Mai 2007, Samstag, 14:00 bis 21:00 Uhr
Die aktuelle Liste der "Buchtitel" finden Sie weiter unten.
Miteinander reden statt übereinanderBei „living books“ können BesucherInnen lebendige „Bücher“ für ein Gespräch „ausleihen“. An den „Buchtiteln“ haften gängige Vorurteile. Aber nachdem die Bücher „gelesen“ worden sind ...
Am 19.5. war die erfolgreiche "Premiere" mit vielen begeisterten "LeserInnen" im Alter von 5 bis 80 Jahren!
Die weiteren Termine und öffnungszeiten von living books:
25. Mai 2007, Freitag, 14:00 bis 21:00 Uhr
26. Mai 2007, Samstag, 14:00 bis 21:00 Uhr
Die aktuelle Liste der "Buchtitel" finden Sie weiter unten.
„living books“ funktioniert wie eine öffentliche Bibliothek. Die „Bücher“ sind Menschen die oftmals mit Vorurteilen und Stereotypen konfrontiert sind. Die „LeserInnen“ (BesucherInnen) können diese „Bücher“ für rund einstündige Gespräche in Kaffeehausatmosphäre kostenlos „ausleihen“.
„living books“ macht Spaß und ist eine gute Gelegenheit interessante Menschen kennen zu lernen.
Der Ablauf ist ganz einfach: Die „LeserInnen“ wählen in einem Verleihkatalog einen der rund 20 „Buchtitel“ aus und gehen anschließend mit dem hierfür anwesenden „Buch“ zu einem Besprechungstisch, wo das Gespräch beginnen kann. Die Inhalte sind frei und nicht moderiert, man spricht miteinander wie es sich ergibt. Ein „Buch“ kann auch von einer Gruppe von bis zu drei „LeserInnen“ ausgeliehen werden. Wie in Bibliotheken üblich, kann das „Buch“ von der „LeserIn“ bei Nichtgefallen jederzeit „retourniert“ werden. Die „Bücher“ sind sorgsam und respektvoll zu behandeln, worauf die „BibliothekarInnen“ ein Auge haben.
„Man kann die Welt nur nach dem verstehen, was man erlebt.“
Antoine de Saint-Exupéry
„living books“ ermöglicht einen spielerischen Kontakt zu Menschengruppen über die man meist eine Meinung hat, die man jedoch persönlich kaum oder gar nicht kennt. Dabei funktioniert „living books“ ohne erhobenen Zeigefinger: Das Thema „Vorurteile“ ist weit gefasst und die „Freude am Lesen“ kommt nicht zu kurz. Das Spektrum der „Buchtitel“ reicht beispielsweise von einem Schwulen über einen Obdachlosen, einen WEGA-Polizeibeamten und einen Asylwerber aus Afrika bis hin zu einer Muslimin mit Kopftuch, einer Philosophin, einer evangelischen Pfarrerin und einer Blondine.
„living books“ findet bei „SOHO in Ottakring“ erstmals in Wien statt.
AKTUELL! Gesamtliste der verfügbaren "BUCHTITEL" zu den drei Veranstaltungstagen: Afrikanische(r) Asylwerber(in) od. Flüchtling, Astrologin, Atheistischer Türke, Asylwerber(in) od. Flüchtling aus Afghanistan, Syrien, …, Blinde(r), Ehemalige DDR-Bürgerin, Ehemaliger Straßen-Werber, Evangelische Pfarrerin, Feministin, Feuerwehrfrau, Gehörlose(r), Imam, Jude / Jüdin, Körperbehinderte(r), Krimiautorin, Künstler(in), Menschenrechtsaktivist(in), Muslimin mit Schleier/Kopftuch, Obdachlose(r), österreicherin mit iranischem Ehepartner, Parkjugendliche, Philosoph(in), Polizist (Kriminalbeamter), Polizist (mit Migrationshintergrund), Polizist (WEGA/Cobra), Polizistin, Rom, Schwuler, Streetworker(in), Türkenliebende Griechin, Türkin mit österreichischem Ehepartner, Ute Bock
Es stehen teilweise mehrere „lebendige Bücher" pro „Buchtitel“ zur Verfügung. Nicht alle der „Buchtitel“ sind an allen Tagen verfügbar. Vorabreservierungen sind leider nicht möglich. Die Veranstaltungshalle ist barrierefrei!
Die Ausgangslage
Wir sind in unserem Lebensalltag in zunehmendem Maße mit ungewohnten Weltbildern, Lebensentwürfen und Verhaltensformen konfrontiert - die Gesellschaft in der wir leben wird komplexer und vielschichtiger. Das Bekannte und Selbstverständliche wird erschüttert und in Frage gestellt. Die Reaktion darauf: Menschen bleiben lieber unter sich und gehen aneinander vorbei. Die Folge: Vorurteile nehmen zu - zwischen einzelnen Menschen und den gesellschaftlichen Gruppen. Daraus entwickeln sich mit steigender Tendenz Rassismus bzw. Ressentiments gegen jegliche Form des Andersseins. Im Interesse einer respektvolleren und offeneren Gesellschaft sind wir gefordert, diesem Trend aktiv entgegen zu wirken.
„Mit dem Reden kommen die Leute zusammen“ ist ein altbekannter Spruch mit ungebrochener Gültigkeit.
Wir haben Vorstellungen und Vorurteile über andere Menschen(gruppen) im Kopf, basierend auf übernommenen Bildern und bruchstückhaften Informationen. Persönliches Kennenlernen würde es uns ermöglichen, eigene Erfahrungen zu sammeln und mit Vorurteilen reflektierter und vorsichtiger umzugehen. Da die meisten Menschen jedoch hauptsächlich mit ihresgleichen intensivere Gespräche führen, gibt es für positive persönliche Erfahrungen mit dem Fremden kaum Gelegenheit. Es bedarf daher auf gesellschaftlicher Ebene einer gezielten Förderung konstruktiver und positiver Begegnungen. Die bereits bestehende Informationsarbeit und Aufklärung kann damit in den Menschen nachhaltiger verankert werden.
"Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr.“
Marie Curie
© Projekt “living books”: Christian Hortulany, 2007
© Konzept „Living Library“: Council of Europe, 2005, “Don't judge a book by its cover!”







