Für die offene Gemeinschaft einstehen

Tags: Über Soho

Wo wohnpartner-Lokal | Matteottiplatz 3
Was Musik und Lesung, Teil 1
Wann Do, 7. Juni, 19–21.30 Uhr

Teil 1: Für die offene Gemeinschaft einstehen: Widerstand und Zivilcourage damals und heute  

Gemeinschaft gibt es nicht einfach. Sie wird jeden Tag neu hergestellt – oder auch nicht. Für die Gemeinschaft einzustehen heißt: Widerstand wagen und Zivilcourage zeigen. Wie dies in Ottakring während der NS-Zeit ausgesehen hat und wie dort heute für eine offene und solidarische Gemeinschaft eingetreten wird, hören wir an diesem Abend.

Mit Musik und Texten von:

Rudi Burda und Albert Dlabaja: Mehrere Generationen der Wiener Familien Burda und Dlabaja haben in der Zeit des Austrofaschismus und während der Naziherrschaft Widerstand geleistet. Rudi Burda und Albert Dlabaja berichten darüber anhand von Erzählungen ihrer Eltern, von schriftlichen Erinnerungen und Briefen. Dazu passend singen sie Lieder aus der Zeit und über die Zeit.

Luis Stabauer und Kurt Winterstein: Im März ist Stabauers Roman „Die Weißen“ erschienen, Hauptschauplatz ist Ottakring. Es erzählt von Austrofaschismus, NS-Diktatur und Widerstand, aber auch vom Kampf für eine bessere Gesellschaft- bis heute. Winterstein begleitet diesen Gang durch die Zeit musikalisch.

Eva Schumacher: Mieterbeirätin im Sandleitenhof und Chansonsängerin. Auch in ihrer Familie wurde Widerstand in Ottakring geleistet. Wie heute Wege zu einer besseren Gesellschaft gegangen werden können, ist ein Hauptmotiv ihrer Lieder.

EsRap: Aufgewachsen in Ottakring rappen die Geschwister Enes und Esra über das, was sie jeden Tag sehen und erleben: sich fremd fühlen im eigenen Land, über  eine Politik der Ausgrenzung, über Aufbegehren im Alltag. Denn Rap ist und bleibt Widerstand.

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Wo wohnpartner-Lokal |Matteottiplatz 3
Was Gespräch und Austausch, Teil 2
Wann Do, 14. Juni, 19 – 21.30 Uhr

Teil 2: Gemeinschaft: Ein Ankommen und Entgegenkommen

Städte sind Orte des Ankommens, ohne Migration hätte keine Stadt entstehen können. Wie können Menschen gut ankommen, neue, offene, Gemeinschaften geschaffen werden? Was brauchen die Ankommenden, was jene, die schon da sind? Wo werden Grenzen gezogen, wo werden sie geöffnet? Was sind mögliche Orte der Gemeinschaftsbildung und des Zusammenkommens?

Diesen Fragen werden wir uns in drei Teilen nähern: Nach Inputs zur Geschichte der Migration und Umgehensweisen von Städten und ihren Bewohner*innen mit diesen Fragen werden wir  Geschichten des Ankommens hören und Geschichten des willkommen Heißens, Geschichten über  Schwierigkeiten und von Überraschungen. Anhand des wohnpartner-Projekts „Willkommen Nachbar“ können mit Bewohner*innen und wohnpartner-Mitarbeiter *innen Wege diskutiert werden, die ein gutes Ankommen und ein hilfreiches Entgegenkommen ermöglichen. Denn ohne konkrete Schritte bleibt die gleichberechtigte Gemeinschaft nur eine schöne Idee.

Mitwirkende:
Dinah Lepuschitz-Stocker, Andreas Pavlic: Historiker*innen und wp-Mitarbeiter*innen
Ivana Pilić: Strategie & Finanzentwicklung KunstSozialRäume
Bewohner*innen des Sandleitenhofes und wohnpartner-Mitarbeiter*innen

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Wo Wohnhausanlage Sandleiten und wohnpartner-Lokal | Matteottiplatz 3
Was Stadtspaziergang durch Sandleiten
Wann 12. Juni 2018, 18 – 21 Uhr, Treffpunkt wohnpartner-Lokal

Teil 3: Stadtspaziergang durch Sandleiten

Seit 2014 arbeitet wohnpartner in verschiedenen Projekten zum Thema „Widerstand und Befreiung in Sandleiten“. 2017 befasste sich auch die in Sandleiten ansässige Kunstschule mit diesem Thema.

Die Kunstklasse von Birgit Kerber gestaltete Grätzl-Pläne, auf dem die historisch interessanten Punkte in der Wohnhausanlage Sandleiten verortet und mit Informationen dargestellt wurden. Das Siegerprojekt der Studentin Johanna Gratzer wurde in 500facher Auflage gedruckt (Nachdruck 2018) und dient als Handout in Form eines Faltplans für einen Rundgang in der Wohnhausanlage Sandleiten.

Anhand dieses Grätzlplans bietet wohnpartner im Rahmen des Soho-Festivals 2018 gemeinsam mit Peter Schwarz, dem Enkel bzw. Sohn von Sandleitner Widerstandskämpferinnen, einen geführten Rundgang durch Sandleiten an. Anschließend gibt es im wohnpartner-Lokal am Matteottiplatz die Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch der Teilnehmenden unter dem Motto „Widerstand und Zivilcourage im Gemeindebau – Was hat das mit mir zu tun?“. Zur Abrundung des Abends gibt es ein kleines Buffet.

Biographische Daten Peter Schwarz: Die Großmutter und Mutter von Peter Schwarz lebten im Gemeindebau in Sandleiten und nahmen aktiv am Widerstand gegen das NS-Regime Teil. Sie überlebten ihre GESTAPO-Haft. Peter Schwarz ist Geschäftsführer des Psychosozialen Zentrums ESRA, das Überlebende des NS-Regimes behandelt und betreut.

Ein Projekt der wohnpartner – Gemeinsam für eine gute Nachbarschaft