9.000 km Häppchen – Ausstellung 2015

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„9000 km Häppchen – wanderndes Wissen“

Künstlerische Sichtweisen auf Migration in der Esskultur am Beispiel von Mais, Erdäpfeln und Quinoa

16.–29. Oktober 2015, Altes Kino Sandleiten, Liebknechtgasse 32,  1160 Wien
Allgemeine Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 14–19 Uhr

Eröffnung: 15.10.2015, 19.00 Uhr
Artist Talk: 22.10.2015, 19.00 Uhr im Alten Kino
Diskussion mit Kurator Hansel Sato und KünstlerInnen zu den Inhalten der Ausstellung. Dazu werden lateinamerikanische Gerichte aus Mais gereicht.

Termine Führungen:
22.10.2015 um 18.00 Uhr
25.10.2015 um 15.30 Uhr

 

Die Ausstellung „9000 km Häppchen – wanderndes Wissen“  beleuchtet vom 16. bis 29. Oktober 2015 aus künstlerischer Sicht einen Teilaspekt von Ernährung: Migration einmal aus ganz anderer Perspektive betrachtet – aus dem Blickwinkel eingewanderter Agrarprodukte, die über die Jahrhunderte die regionalen Essgewohnheiten des Abendlandes vollständig verändert haben. „Einheimische“ Lebensmittel wurden einerseits verdrängt, die Speisepläne andererseits mit vitaminreichem Gemüse wie Chili, den vielfältig verwendbaren Erdäpfeln oder exotischen Gewürzen wie Pfeffer wesentlich bereichert. Heute sind diese Produkte selbstverständlicher Bestandteil unserer Ernährung, der Mehrheit der EuropäerInnen ist ihre ursprüngliche Herkunft und „Migrationsgeschichte“ jedoch wenig vertraut.

Die Ausstellung „9000 km Häppchen – wanderndes Wissen“ fokussiert auf die „Einwanderung“ von Nahrungsmitteln aus Lateinamerika anhand der Beispiele Mais, Erdäpfeln und Quinoa und zeigt Arbeiten von sechs international tätigen Kunstschaffenden, die sich aus künstlerischer Sicht mit Migration im Ernährungskontext beschäftigen.

Kuratiert wird die Schau von Hansel Sato und Emilio Santisteban.

Im Rahmen der Ausstellung werden die Ergebnisse des Socialdress Workshop von Marija Mojca Pungerčar in Kooperation mit urbanize! ausgestellt. Nähere Informationen zum Workshop finden Sie hier oder unter urbanize.at.

Beteiligte KünstlerInnen:

Carla Bobadilla lebt und arbeitet seit 2002 in Wien als bildende Künstlerin (Schwerpunkt: Fotografie und Kunstvermittlung). Sie studierte Bildende Kunst an der Universität Playa Ancha, Valparaíso, Chile. Ihre Magisterarbeit schrieb sie zum Thema: „Die Agrarreform als Reform der Landschaft“. Seit 2012 lehrt sie an der Universität für Angewandte Kunst Wien. www.carlabobadilla.at

Sandra Monterroso, geb. In Guatemala, absolvierte einen Master-Lehrgang in „Design Process“ an der Universität UPAEP (Universidad Popular Autónoma del Estado de Puebla) in Puebla, Mexico und studiert aktuell im „PhD in Practice“-Programm an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Bisher acht Einzelausstellungen, Beteiligung an über 30 internationalen Gruppenausstellungen, darunter heuer auf der 56. Biennale von Venedig und auf der Havanna Biennale. Diverse Preise und Stipendien.

Baduc Gibaja Pacheco ist Peruaner und lebt seit 2002 in Österreich. Seine Kunst umfasst ein breites Spektrum angefangen von Malerei, Siebdruck, Fotografie über Produktdesign und 3-D-Druck bis hin zu Underground-Projekten. Im Berufsorientierungsprogramm „Space-Lab“ in Wien arbeitet Baduc im Kreativbereich auch viel mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund zusammen. Ausgehend von den dort gesammelten Erfahrungen und seiner eigenen Geschichte hat er sich insbesondere mit den Themen Migration, Rassismus und kultureller Diversität auseinandergesetzt.

Marija Mojca Pungerčar, geboren in Novo Mesto, Slowenien, arbeitete in den 1980er Jahren zunächst als Modedesignerin, bevor sie ihre Kunststudien an der Akademie der Bildenden Künste in Ljubljana 1989 und am San Francisco Art Institute 2001 abschloss. Seit 1991 ist sie freischaffende Künstlerin (Video, Fotografie, Performance und Installation) und Kostümausstatterin am Theater. 2004 war sie Gründungsmitglied von Trivia Art (KUD Trivia). Pungerčars Arbeiten, insbersondere ihr Schwerpunkt „social dress“, kennzeichnet ein großes soziales Engagement, das sich in kritischer Weise auf Konsumkultur bezieht und sich für lokale Gemeinschaften einsetzt. www.3via.org/html.php?htm=mojca

Hansel Sato, geb. in Trujillo, Peru, kam 1998 mit dem UNESCO-Aschberg Stipendium für Künstler nach Wien, wo er seither lebt und arbeitet. Abschluss in Malerei und Grafik an der Universidad Catolica in Lima und Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo er auch Lehrbeauftragter ist. Er hat sein Land bei verschiedenen Biennalen und internationalen Events vertreten. Sein künstlerischer Schwerpunkt ist Grafik und Kunsttheorie. www.hanselsato.com

Emilio Santisteban, geb. in Lima, Peru, seit 1990 Performancekünstler. Beteiligungen: Lugar Común, Quito 2014; IV. Biennale Deformes, Chile 2012 (Ko-Kurator); Eurolatin Performance Tour, Zürich-Basel- Hannover-Berlin 2010 (Ko-Kurator); Blind Date, Cusco 2009 (Leiter); IV. Biennale Tijuana; VIII. Biennale Havanna; III. Biennale Porto Alegre; VI.I Biennale von Kairo www.emiliosantisteban.org

Wir bedanken uns für die Unterstützung von „social dress“:

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