Informationen zu SOHO IN OTTAKRING
- Asylwerber-Suizidversuche: Alles Täuschung?
Ein Artikel von CLARA AKINYOSOYE UND KERSTIN KELLERMANN (Die Presse)
Selbstverletzungen kommen im Flüchtlingslager Traiskirchen regelmäßig vor. Ein Ausdruck tiefer Depression, sagen Psychologen. Ein billiger Erpressungsversuch, sagt der Lagerleiter.
Eine Bombe fiel auf unser Haus, und meine gesamte Familie wurde getötet“, erzählt der 17-jährige T., der wie ein afghanischer Elvis Presley ausschaut. Ob es sich um eine Bombe der Taliban oder der Amerikaner handelte, weiß er nicht. Mit 16Jahren schlug er sich ganz allein bis vor das Tor der „Betreuungsstelle Ost“ in Traiskirchen durch. Untergebracht wurde er im Haus 9, der Unterkunft für 14- bis 18-jährige unbegleitete Flüchtlinge. Zurzeit leben dort 78 Menschen.
Ein Ort, an dem T. mit einigen dunklen Seiten des Lebens junger Asylwerber konfrontiert wurde: „In meinen zwei Monaten im Flüchtlingslager Traiskirchen erlebte ich insgesamt drei Selbstmordversuche.“ Er sah, dass sich „ein schwarzer Mann aufhängte“. Er erfuhr, dass sich ein afghanischer Bekannter mit Tabletten zu vergiften versuchte. Einmal stürzte sich ein afghanischer Mann aus dem dritten Stock, überlebte aber schwer verletzt. Mit den Jugendlichen, die den Sprung beobachtet hatten, sprach man darüber nicht, erzählt T. Immerhin, es gibt eine Betreuungsstelle für „verhaltensauffällige Personen“, in der Asylwerber „professionelle Ansprechpersonen“ vorfinden, sagt Franz Schabhüttl, Leiter des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen.
„Ein bissl aufgeschnitten…“
Doch viele psychische Notfälle, meint Schabhüttl, seien ohnehin nicht echt: „Das war eine Zeitlang eine Modeerscheinung, dass sich einige mit dem Bic-Rasierer ein bissl aufgeschnitten haben, aber ja nicht zu tief.“ Seit 19 Jahren leitet der ehemalige Gendarm das Lager, derartige Selbstverletzungen bezeichnet er als „Erpressungsversuche“. Bis jetzt sei jedenfalls noch keiner dieser Selbstmordversuche tödlich ausgegangen, sagt Schabhüttl – er deutet das als Indiz für seine Erpressungstheorie: „Ist alles vorgetäuscht.“
Flüchtlingsbetreuer Ahmad, der selbst in einem Flüchtlingslager in Syrien aufgewachsen ist, kann das nicht verstehen: „Die Verantwortlichen nehmen das erst ernst, wenn der Flüchtling tot ist.“ Er erzählt, dass es sogar in der behüteten Wohngemeinschaft zu Selbstverletzungen gekommen ist – für ihn ein Beweis, dass es nicht um Erpressung geht. Es sei gefährlich, Selbstmordversuche als Erpressung abzutun, warnt auch der Psychiater Houchang Allahyari. Viele seiner afghanischen Patienten hätten Suizidversuche unternommen. Wer dies kleinrede, „hat keine Ahnung von den medizinischen Indikationen und den Depressionen, die einer Traumatisierung folgen.“ Auf das Tabuthema Selbstmordversuch im heillos überfüllten Lager weist seit Jahren auch Fritz Knotzer hin: Als Rettungsfahrer musste der heutige Bürgermeister von Traiskirchen früher genau aus diesem Grund mehrmals die Woche ausrücken. Er tritt deshalb für kleinere Aufnahmezentren in jedem Bundesland ein.
Klaus Neumann, Leiter des Haus 9 für Jugendliche, erwähnt, er beginne seinen Tag mit einem Blick ins Dienstbuch, um unter anderem nachzusehen, ob nachts die Rettung da war. Ein Verhalten, das nicht ganz mit den Eindrücken des Lagerleiters Schabhüttl zusammenpasst – spricht der doch davon, dass es hier durchwegs friedlich zugehe.
Trauma oder nicht Trauma?
In Lager Traiskirchen arbeiten in etwa 400 Bedienstete, darunter rund 80 Polizisten, 30 Rechtsberater und sieben Psychologen. Aufgabe der psychologischen Betreuer ist es unter anderem, bei Dublin-Fällen Gespräche zur Abklärung von Traumata zu führen. (Von Dublin-Fällen spricht man dann, wenn die Registrierung des Asylwerbers bereits in einem anderen EU-Land erfolgte, das dann auch für sein Asylverfahren zuständig ist.) Allerdings: Ob die Psychologen tatsächlich ein Trauma diagnostizieren oder nicht, hat keinerlei Einfluss auf die bevorstehende Abschiebung. „Wir hatten noch niemanden, der kein Trauma hatte, auch wenn sie nicht wussten, was ein Trauma überhaupt ist“, sagt Schabhüttl mit einem spöttischen Unterton.
Genau diese Art von Misstrauen ist es, über das Asylwerber häufig klagen: „Sie glauben, dass jeder lügt“, meint ein junger Exbewohner von Traiskirchen. Nach seiner ersten Einvernahme bekam der Nigerianer fast zwei Wochen kaum einen Bissen hinunter: „Du erzählst einem Unbekannten dein Leben, und dann sagt man dir sofort ins Gesicht, dass man dir nicht glaubt.“ Natürlich, er ist dankbar für das, was in Traiskirchen für ihn getan wurde. Man hat ihm Unterkunft und Nahrung geschenkt. Nur Vertrauen, das hat man ihm nicht entgegengebracht – und dieses Misstrauen, das merkt man dem 16-Jährigen an, ist für ihn besonders bitter.
„Es ist nicht meine Aufgabe, zu prüfen, ob einer die Wahrheit sagt“, sagt Jugendhausleiter Neumann. Man müsse sich damit abfinden, dass sich durch die Gesetzeslage in der Betreuungsstelle ein ständiges „Kommen und Gehen“ ergibt. Neumann unternimmt jedenfalls regelmäßig Ausflüge mit den Jugendlichen – wenn man sonst nicht mehr für sie tun könne, dann „haben sie zumindest ihren Horizont erweitert, ein bisschen Deutsch oder Englisch gelernt und erkannt, wie die Realität in Österreich ist.“
Auch nachzulesen unter:
- fs soho
Unsere nächste Sendung fs soho wird Dienstag, 02. Februar um 20.00 Uhr ausgestrahlt. Dauer: 57 Min.
Clemens Haipl Live in Winblendon Stadion
(Live in dem ehemaligen “La Taverna”
Eine Lesung von Clemens Haip über sein Buch: Ich scheiß mich an
bei SOHO 2009
Urlaubszimmer im Gemeindebau
Eine Aktion von der Künstlerin Killi Schmid
Ein Film von Arno Rabl
Ohne Titel
Ein Film von Ruth Hopfgartner, Doris Schmid, Anna Spitzbart (Ethnocineca)über die Brunnenpassage
Ein Film der Gebietbetreung im 10. Bezirk.
10. Jubiläum der Gemeinschaftshof Reisinergasse.
weitere Sendetermine:
- Mittwoch, 03.02., 18.00 Uhr
- Donnerstag, 04.02, 16.00 Uhr
- Freitag, 05.02, 14.00 Uhr
- Samstag, 06.02, 12.00 Uhr
- Sonntag, 07.02, 10.00 Uhr
- Montag, 08.02, 12.00 Uhr
- Dienstag, 09.02, 10.00 Uhr
- Landstreicher, Vagabunde und andere „Herrenlose“
von Kerstin Kellermann
Die Stadt Wien will obdachlose EU-BürgerInnen zur Rückkehr bewegen – dieser Umgang mit “Landstreichern” hat eine lange Tradition
Die Stadt Wien will obdachlose EU-BürgerInnen zur Rückkehr in ihre Herkunftsländer bewegen (derStandard.at berichtete). Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: Solche Phantasien haben ihren Ursprung in den Gesetzen der Kolonisation. Von Kerstin Kellermann
Vagabunden, Wegelagerer und Gauner wurden in Irland mit dem Bettlergesetz von 1597 als neue Amtspraxis in die Kolonien deportiert. Die damalige Land-Enteignung der irischen Bauern brachte eine enorme Zahl von Landstreichern und zwangsweise untätigen Personen hervor. Ähnlich ergeht es heute den Menschen in großen Teilen Süd- und Osteuropas seit der Wende – in Bezug auf Besitzlosigkeit und die Tendenz zur Migration. Nicht nur, dass in Kroatien nach dem Bankrott lokaler Banken die Hypobank ihre Filialen eröffnen und profitieren konnte, so wurde auch in anderen Bereichen und Ländern die örtliche Wirtschaft niedergerungen und es folgten schnell neue Geschäfte – vor allem die üblichen Ketten mit ausländischen Besitzern.
Die Zeit des Übergangs, die berüchtigte „Transition” vom Sozialismus oder Kommunismus in den Kapitalismus brachte nicht nur hungerstreikende Arbeiter wie derzeit in Serbien hervor, sondern auch ganze Bettlergruppen: Menschen, die in ihren Herkunftsländern keine Arbeitsmöglichkeiten mehr vorfinden und daher zwangsweise zu „Landstreichern” werden. „Nutzlose” Menschen aus Dörfern, denen die Existenz entzogen wurde und die heute in Wien mit siebzig Euro Verwaltungsstrafe für „aggressives Betteln” belegt werden. Ihr erbetteltes Geld wird ihnen von der Polizei abgenommen und sie selbst gerne mit Hilfe von Aufenthaltsverboten aus Österreich entfernt.
Diese Variante der „Menschen als Körper”-Ideologie hat lange Tradition, die je nach Bedarf unterschiedliche Gruppen treffen kann. Schon Francis Bacon führte sieben Beispiele für „Menschenmassen” an, die es verdienten, körperlich vernichtet zu werden: Westinder, Kanaaiter, Piraten, Landstreicher, Meuchelmörder, Amazonen und Wiedertäufer. Holzhauer und Wasserträgerinnen galten als „herrenlose Männer und Frauen”, die eingesammelt, verwertet und zum Teil in einer Kombination aus Schmerz und Arbeit vernichtet werden durften.
Strang für Aufenthalt
Man sollte heute Gesetze gegen Bettler und Bettlerinnen nicht verharmlosen: Historisch ging der Erlass von Gesetzen gegen Landstreicherei mit Slavenhandel einher. Die Verbannungsgesetzgebung richtete sich gegen Iren, „Zigeuner” und Afrikaner. Maria I. von England erließ ein Gesetz, demzufolge jeder „Zigeuner”, der sich länger als einen Monat auf englischem Boden aufhielt, gehängt werden konnte. Elisabeth I. hielt 1601 die deutschen Slavenhändler dazu an, „schwarze Mohren” des Landes zu verweisen. Die herrschende Klasse entwickelte die politische Strategie, die Enteigneten zu abgelegenen Arbeitsmärkten zu befördern – was heute stark an die afrikanischen Flüchtlinge erinnert, die unter den Nylondächern der Plantagen Südspaniens Gemüse und Obst anbauen und ernten.
Diverse Sklavenhaltungssysteme nutzten diese Strategie und bauten sie aus. Denn die Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Politik waren damals noch ausgefinkelter: So traf die Handelsgesellschaft „Virginia Company” ein Abkommen mit der Stadt London, das die Deportation mehrerer Hundert armer Kinder zwischen acht und 16 Jahren aus Bridewell nach Virginia vorsah. Trotz heftigen Widerstandes, der Schlimmeres verhinderte, starben im Endeffekt 153 von 165 deportierten Kindern in den Kolonien. Es ist sicher ein unzulässiger Vergleich, aber warum fiel der Stadt Wien im Zusammenhang mit dem Bettelverbot für Kinder als einzige Maßnahme die kindergerechte Ausstattung von Gefängniszellen ein?
Natürlich kann man die extreme koloniale Ausrottungspolitik von allen, die nicht ins Machtgefüge paßten, kaum mit der heutigen Politik vergleichen – doch eine gewisse Verantwortung an dem Elend derer, die durch Land- oder Wohnhausenteignungen oder durch die Schließung ihrer Fabriken ihre Überlebensmöglichkeit vor Ort verloren, ist den Profiteuren der Wende nicht abzusprechen. Ein Phänomen mitzuproduzieren, um es im Anschluss zu bekämpfen und die eigene Bevölkerung vor den eingewanderten Bettlern zu beschützen, ist eine erfolgreiche politische Strategie – mit kolonialer Tradition. (red, derStandard.at, 7.1.2010)
Zur Person: Kerstin Kellermann ist Redakteurin der „art in migration”/SOHO in Ottakring und ständige Journalistin des AUGUSTIN
- Was bietet SOHO IN OTTAKRING
Was bietet SOHO IN OTTAKRING?
Im Zuge der Vorbereitungen zu SOHO IN OTTAKRING 2010 (der 12. Ausgabe des alljährlich stattfindenden Festivals) möchten wir uns gerne erlauben nochmals auf die verschiedenen Angebote und Leistungen hinzuweisen. Nachzulesen im Detail unter
- Gefallene mit Flügeln wie Engel
Aus Anlass von “Gender Check”: Gespräch mit Tadej Pogacar, Slowenien
Kerstin Kellermann 17.12.2009Es sei noch zu früh, um Kunst zum Thema Krieg zu erwarten, meint der slowenische Künstler Tadej Pogacar, der auf verschiedenen Biennalen zum Thema «Sexarbeit» ausstellte und gerade bei der „Gender Check“-Ausstellung im Wiener MUMOK dabei ist. Seine Kunst, in der Prostituierte und Obdachlose den Ton angeben, steht im lebendigen Gegensatz zu den im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien verbreiteten militärischen Helden-Denkmälern der Kirche. Tadej Pogacar im Augustin-Gespräch.
Für Jugoslawien vor dem Krieg gewann ich den Eindruck, dass die männlichen und weiblichen Rollen nicht so stark ausgeprägt und klassifiziert waren wie in Österreich.
Die Geschlechterrollen waren offener als heute. Die Unterhaltungsindustrie war nicht so entwickelt (lacht). Überall auf der ganzen Welt interessieren sich Frauen für Aussehen und Kleidung, aber in der Zeit des Sozialismus waren die Leute nicht so von ihren Körpern besessen. Das soziale Leben war nicht so kommerzialisiert. Für die verschiedenen Minderheiten war die Zeit sicher repressiv, aber im Vergleich zu anderen Ländern konnten wir jederzeit in den Westen reisen. Wir brauchten nicht einmal ein Visum für Russland. Nur in Jugoslawien waren die Unterschiede zwischen Westen und Osten nicht so dramatisch. Auch in der Frage der Bequemlichkeiten und der Populärkultur waren wir ziemlich offen.Als der Krieg kam, fragte ich mich: Wo kommen alle diese männlichen Männer plötzlich her?
Im Territorium des Balkan oder in Südosteuropa blieben historisch viele Fragen offen, die nie gelöst wurden. Wenn du Probleme unter den Teppich kehrst, tauchen sie früher oder später wieder auf. Die Idee von Jugoslawien als einem utopischen Modell nahm an, dass jeder Teil bzw. jede Sprachgruppe Erlebnisse der Geschichte unterdrücken solle, und dann könnten wir zusammen unter dem Label der Einheit und Brüderlichkeit funktionieren. In der Geschichte Jugoslawiens siehst du eine Menge Spannungen und unterschiedliche Ideen von Hegemonie, aber die offizielle Politik balancierte das einige Dekaden lang aus. Doch mit der ökonomischen Krise kamen diese ganzen unterdrückten Ungerechtigkeiten heraus; denn es gibt dann immer Gruppen, die wirklich gemein und sehr böse agieren und beginnen, mit diesen ganzen unterdrückten, niedrigen Gefühlen zu spielen. Wie mit Nationalismus oder Maskulinität – es ist unglaublich, wie viele verschiedene Varianten von Herrschafts-Mythologien es gibt. Durch diese noch nicht lang vergangene Geschichte lernten wir, dass nichts hinter uns in der Vergangenheit liegt; es kann jederzeit wieder auftauchen und noch einmal auftauchen. Diese Armut und einige verrückte Leute –und dann hast du eine Explosion. Die offizielle serbische Politik wollte ein Großserbien machen, und wenn du eine Art von wirklich fragiler Balance hast von sechs Republiken und dann steht eine abseits und crasht diese Balance, hast du sehr schnell ein Desaster. Slowenien war nur zehn Tage im Krieg, unsere Propaganda fing nicht einmal zu arbeiten an. Das passierte alles sehr plötzlich, und dann war es schon vorbei. Die Propaganda um die Rolle des männlichen Kämpfers, des männlichen Helden, der nie vergessen sein wird, war in Kroatien viel stärker und tiefer als in Slowenien, ich denke, es wird zumindest ein bis zwei Generationen brauchen, um diese Geschichten zu überwinden.In Slowenien gab es viele Deserteure.
In dieser Zeit, als wir unabhängig wurden, verfügten wir über keine Armee, in Slowenien gab es nur eine halb militärische Gruppe, die Territorialverteidigung. Tatsächlich gingen nur ein paar Tage später, nachdem wir unsere Unabhängigkeit deklariert hatten, die Panzer aus den Armeebaracken rund um die Stadt Ljubljana in Position. Es gab eine Art von ziviler Verteidigung mit Lastwagen und Autobussen, mit denen sie Blockaden organisierten, so dass die Panzer durch diese Busse brachen. Das sah sehr spektakulär aus. Die Mehrheit der Männer wurde nicht einmal einberufen, um zu den Waffen zu greifen. Ich auch nicht, ich wurde bereits mit 18 Jahren aus dem Militär entlassen (lacht), ich konnte es nicht aushalten, also schickten sie mich nach Hause.Der nackte Fußballstar
In Israel und Palästina siehst du viel Kunst zu Soldaten. Ich erinnere mich an ein Foto von schlafenden Soldaten in einem Bus in der Früh bei Sonnenaufgang („Untitled, the soldier’s series“, Adi Nes 2003). In der Ausstellung „Gender Check“ gibt es nicht viel Kunst zu Soldaten. Der Krieg ist doch nicht so lange her, zehn Jahre?
In Israel gibt es seit Generationen Soldaten. Das Militär ist aktuelle lebenslange Realität für viele. Fußballspieler sind auch eine männliche Heldenrolle. Es gab bei uns einen Skandal über ein Bild eines männlichen nackten Körpers. In einer Zeitung erschien ein Foto von einem Fußballspieler, wie er nackt aus seinem Swimming-Pool kommt. In „Gender Check“ gibt es nur den männlichen nackten Körper als Teil der Kunstwelt – keinen Kontext des Alltags, keine sozialen Bedingungen. Das ist schade. Wenn in der Ausstellung diese Körper in einem abstrakten Raum unter abstrakten Bedingungen gezeigt werden, ist das sogar für mich schwer zu verstehen. Mit den Daten aus den 70er oder 80er Jahren kann ich mir ungefähr etwas vorstellen, aber wie die Situation in Bulgarien oder Weißrussland war, überhaupt nicht. Ich vermisse den Kontext.Es gibt diese sozialistischen Bilder mit den Arbeitern, dann hast du Körper-Kunst, dazwischen fehlt mir als Missing Link der Krieg. In Wien leben noch immer viele Flüchtlinge, die wegen des Kriegs gekommen sind.
Ich denke, es ist zu früh. Für Kroatien, Serbien oder Bosnien ist es zu früh. Wir brauchen noch einmal zehn Jahre, denke ich. Es ist zu hart. Es war zu schrecklich, und das Leben im Alltag veränderte sich nicht so sehr. Es gab hohe Erwartungen nach den Friedensabkommen, aber zumindest weiß ich von den Bosniern, dass sich nicht viel verändert hat. Es herrscht überall diese eingefrorene Situation vor. Es wird länger brauchen, denke ich, dann können wir auch diese Bilder von Soldaten sehen.
Mir als Außenseiterin kommt es so vor, als ob niemand diese Pseudo-Ruhe stören will, jeder trinkt weiter Kaffe, raucht seine Zigaretten – und verhält sich so, als ob alles ganz normal wäre. Wir sind noch dieselben – auch nach dem Krieg. Die Frage bleibt offen, wer eigentlich für den Krieg verantwortlich ist.
Ich hörte aus Sarajevo, das ja eines der schrecklichsten Beispiele für den Krieg ist, dass die gleichen Leute, die Verbrechen begangen, weiterhin Nachbarn sind. Sie wissen voneinander und übereinander, dieser tötete meinen Onkel oder meinen Bruder, und du gehst in sein Geschäft und kaufst Brot von ihm. Du weißt es, und es gibt keinen Ausweg, und du kannst dieser Situation nicht entfliehen. Nirgendwohin. Also ist das irgendwie dein Schicksal, und du musst überleben. Das ist viel härter als alles andere.Wer baut die meisten Kirchen?
Ich machte damals Interviews mit Frauen, die vergewaltigt wurden und nach Österreich flüchteten. Der gößte Schock war, dass der Täter ein Nachbar war oder jemand aus der Schule, Männer, die sie ihr ganzes Leben lang kannten. Wie können die Frauen den Männern vertrauen?
Das passiert überall, denke ich. Wenn man über häusliche Gewalt liest, passiert der Großteil der Gewalt zuhause zwischen den Familienmitgliedern. Für mich ist das auch schockierend. Die sind gegen dich, die wirklich wissen, wie sie dich verletzen können.Die Militarisierung der Männer hatte nichts mit Nationalismus zu tun. Denn die Ehefrauen der Soldaten in Zagreb oder Belgrad wussten auch, dass ihr Mann mit einer Pistole unter dem Kopfkissen schläft.
Deswegen litten die Bosnier am meisten, denn die waren das Hauptthema bei den gemischten Nationalitäten. Bosnien ist eine Mischung von Nationen, mit der größten Zahl an gemischten Ehen und Religionen. Ich konnte mir auch nie vorstellen, dass 2009 die verschiedenen Kirchen eine Konkurrenz starten würden, welche Religion die meisten Kirchen baut. Es gab nie so eine Unmenge an verrückten Kriegs-Denkmälern wie jetzt. Niemals zuvor. Auf einer Konferenz erfuhr ich, dass diese Ästhetik der Denkmäler auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückgeht. Sie nahmen eine Kitschästhetik aus dem 19. Jahrhundert auf, es ist unglaublich. Prämodern.Wie schauen die aus?
Das sind Skulpturen aus dem 19. Jahrhundert mit Kitsch-Realismus, kombiniert mit katholischer Ikonografie, wie ein gefallener Soldat mit Flügeln, wie ein Engel und so ein Mist. Man kann das nicht glauben. Diese Verschiebung zum Kapitalismus löste keine Probleme, sondern verursachte ein anderes Bündel Probleme. Erst die Teilung in diese Länder, die der Europäischen Union beitreten können, und diejenigen, die nicht dürfen. Immer neue Trennungen, Teilungen, Eifersucht, böse Emotionen. Und jetzt einen sehr wilden Status des Kapitalismus mit allen möglichen verrückten Sachen, die in Osteuropa wie in Südamerika passieren. Bei uns herrscht diese frühe wilde Phase des Kapitalismus, in der die Marktökonomie verändert wird: Erst einmal müssen alle lokalen Initiativen zusammenbrechen – du demolierst alle lokalen Geschäfte und dann führst du große internationale Firmen ein.
- Ausschreibung über die Teilnahme an SOHO IN OTTAKRING 12, 2010
SOHO IN OTTAKRING 12
08. Mai – 22. Mai 20101. Ausschreibungen:
1.1 Projektvorschläge zum Jahresthema
1.2 Ein zusätzliches Projekt zum Thema AIDS
2. Geografisches Setting
3. Wer kann teilnehmen? Was wird finanziert?
4. Bewerbungsunterlagen und Deadline
5. Was bietet SOHO IN OTTAKRING?
6. Kurzbeschreibung von SOHO IN OTTAKRING
7. Kontakt/InformationSOHO IN OTTAKRING 2010 – „KICK THE HABIT / PFEIFF DRAUF! Ventil Rassismus.“
1. Ausschreibungen für Projektvorschläge zum Jahresthema und ein zusätzliches Projekt zum Thema AIDS
1.1. Ausschreibung für Projektvorschläge zum Jahresthema 2010:
„KICK THE HABIT / PFEIFF DRAUF! Ventil Rassismus.“
2010 widmet sich SOHO IN OTTAKRING einer weit verbreiteten „schlechten Angewohnheit“: dem Denken in rassistischen Schemen. SOHO 12 wird sich diesem Problemfeld von zwei Seiten annähern:
Zum einen mit einer Bestandsaufnahme des Status Quo, einem möglichst offenen und reportageartigen („neuen“) Blick auf Rassismus, oder genauer gesagt, die unterschiedlichen Rassismen. Diese manifestieren sich auf vielen Ebenen und stehen zugleich in einer langen, bitteren historischen Tradition: strukturell, ökonomisch, sprachlich, medial und im sozialen Alltag. In Folge der massiven politischen und ökonomischen Veränderungen der letzten 20 Jahre veränderte sich auch die „Qualität“ der rassistischen Argumentationen. Immer mehr rückt der Begriff Kultur in den Vordergrund, das Bewusstsein für verdeckte Klassenkonflikte ist aus den öffentlichen Debatten verschwunden.
Zum anderen wird SOHO 12 zur Versuchsanordnung für die Frage, ob Kunst hier und jetzt politische Wirksamkeit entfalten kann und somit am unvollendeten Projekt Aufklärung weiterarbeitet, dessen aktuelle Form immer auch und vor allem Selbstaufklärung bedeutet: Wo und in welcher Form kann Rassismus überhaupt erkannt werden? Was kann gegen Rassismus erreicht werden?
Unglücklicherweise sehen laut Umfragen die meisten ÖsterreicherInnen dieses Thema ganz anders als dies in unserem Projektteam und bei vielen KünstlerInnen und Intellektuellen der Fall ist. Eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten lehnt ZuwanderInnen ab, will den aktuellen Zuzug stoppen und den der vergangenen vierzig Jahre am liebsten rückgängig machen. Diese Haltung schlägt sich seit den späten 1980er Jahren bundesweit auch in Wahlergebnissen und politischen Strategien nieder. Jene Parteien, deren Programm sich in Kürze dadurch zusammenfassen lässt, dass immer die „AusländerInnen“ an unserer jeweiligen Misere schuld sind, haben seither viele Wählerstimmen gewinnen können.
Der Vorwurf an uns, die wir Rassismus ablehnen, lautet, wir würden aus ideologischer Verblendung die mit der Zuwanderung verbundenen Probleme nicht wahrnehmen. Zudem kämen wir mit MigrantInnen ohnehin nie in Kontakt, also auch nicht in Konkurrenz (um den Job, den Gehsteig, den Fußballkäfig usw.).
Abgesehen davon, ob dieser Vorwurf berechtigt ist, weist er immerhin auf die unseres Erachtens wesentlichen, nämlich ökonomischen/sozialen, Hintergründe der vorhandenen Probleme hin. Dessen ungeachtet ist aber festzustellen, dass sich statt einer entsprechenden sozial- und wirtschaftspolitischen Antwort ausgrenzende und rassistische Politik in der Metamorphose als „Sicherheitspolitik“ immer stärker auch im politischen Mainstream durchsetzt.Aus dieser Schere unterschiedlicher Sichtweisen ergibt sich ein scheinbar unauflösliches Problem: die „aufgeklärten Kräfte“ meinen dem „gemeinen Volk“ die Augen öffnen zu müssen – und umgekehrt. Solche pädagogischen Versuche scheitern naturgemäß. Viele künstlerische Arbeiten etwa, die sich mit diesem Thema beschäftigen, tendieren – was die politische Wirksamkeit betrifft – zur Selbstaffimierung. „Preaching to the converted“ nennt man dieses Phänomen in den USA. Obwohl dies nichts mit der genuin künstlerischen Qualität der Projekte zu tun haben muss, scheint es an der Zeit für einen praktischen Versuch über mögliche neue Formen und, noch weiter gedacht, über Sinn und Ziele „antirassistischer Kunst“ zu sein.
Was bleibt, ist die uneingeschränkte Ablehnung der Simplifizierung gesellschaftspolitischer Probleme auf eine rassistische Formel. Worum es geht, ist das Bemühen um eine neue Dynamik der politischen Standpunkte und um eine kraftvolle künstlerische Praxis.Wenn es uns ernst ist mit dem Überschreiten der engen Grenzen des Kunstfeldes, sehen wir vom SOHO 12 Team hier die Chance, einen mehr als überfälligen gesellschaftlichen Diskurs voranzutreiben im Sinne von: KICK THE HABIT!
Text: Wolfgang SchneiderWas ist Rassismus? Dazu ein schönes Zitat aus dem bayrischen Wikipedia (http://bar.wikipedia.org/wiki/Rassismus):
Rassismus:
Die Grundidee vum Rassismus is, dass irgndwelche Rassen, meistns die eigne, ondare übalegn is und deshoib a Recht hätt die ondan sich selba undazuordna. Olladings gibt’s a subtilare Formen vu Rassismus, wenn ma zum Beispü bei sei Partnawohl Prinzipien gegnüba da Rasse hod, oba a do gält die Idee desjening dea so denkt, dass ea koa “schwoches Bluat” in seina Familie hobn will.
Natialich gibt es wia bei jeda Idee, extremare und gmäßigtere Vatreta, doher gibt’s logischaweis a bestimmte Bewegungen de a rassistische Idee ois Grundlogn hobn.1.2. Ausschreibung für ein Projekt zum Thema AIDS:
Aus Solidarität mit der internationalen AIDS Konferenz im Juli 2010 in Wien wird SOHO IN OTTAKRING ein Projekt unterstützen, das spezifische Aspekte, die mit der Konferenz in Wien, als auch mit dem Themenschwerpunkt von SOHO IN OTTAKRING in Zusammenhang stehen, herausgreift und künstlerisch bearbeitet (z.B. etwa Schwierigkeiten von Aidskranken mit Einreisebewilligungen nach Österreich). Bei Interesse gibt es im Vorfeld die Möglichkeit Informationen bei ExpertInnen einzuholen (bitte rechtzeitig Mail an: contact@sohoinottakring.at). Dieses Projekt wird auch Teil des Kulturprogramms und der Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld der AIDS Konferenz.2. Geografisches Setting für die Ausstellungen und Präsentationen
Wie in den bisherigen Jahren findet SOHO im Gebiet des Brunnenviertels statt.
Ein zusätzlicher räumlicher Schwerpunkt liegt voraussichtlich auf der Ottakringer Straße und der Kalvarienberggasse im Abschnitt zwischen Geblergasse und Ottakringer Straße.Information: Für SOHO 2010 wird ein interaktives Vermittlungsprogramm entwickelt mit dem Ziel, Ausstellungen und Präsentationen für ein größeres Publikum zu öffnen. Das Vermittlungs- und Rahmenprogramm 2009 wird sich an jedem Wochenende schwerpunktmäßig auf eine von drei SOHO-Zonen konzentrieren, so dass auch „abgelegene“ Räume besser besucht werden. Zusätzlich sind Kooperationen mit Schulen geplant.
3. Wer kann teilnehmen? Was wird finanziert?
Teilnehmen können einzelne, in Gruppen oder in einem Verein arbeitende KünstlerInnen, Kulturschaffende bzw. Personen, die auch in anderen Feldern tätig sind und sich für die Thematik interessieren.Finanzielle Unterstützung erhalten künstlerische Projekte | Ausstellungen | Performances, welche sich mit dem Jahresthema in Beziehung mit der ortspezifischen Situation befassen oder diese in einem weiten Sinn zum Anlass oder Ausgangspunkt nehmen, partizipativ vorgehen und/oder sich mit dem öffentlichen/sozialen Raum auseinandersetzen. Wichtig ist dabei ein sichtbares Ergebnis (auch von laufenden Projekten bzw. work in progress), welches den BesucherInnen vorgestellt werden kann. Die Wahl der Medien und Arbeitsweisen ist offen.
Die finanzielle Unterstützung ist von den Einnahmen und Förderzusagen abhängig, wobei üblicherweise ausgewählte Projekte in drei Kategorien (bis € 500,-, bis € 1.500,- und bis € 2.500,-) unterstützt worden sind.
Für ein Projekt zum Thema AIDS ist ein Budget bis € 2.000 vorgesehen.Workshops/Dialogische und kooperative Arbeitsformen:
SOHO IN OTTAKRING möchte heuer auch zusätzlich dazu anregen, Projekte oder Präsentationen vorzuschlagen, die eine gemeinsame gestalterische oder dialogische Auseinandersetzung mit den RezipientInnen während SOHO 12 beinhalten. Diese können unterschiedliche Formen haben, wie Workshops oder ähnliches, in denen die Künstlerin/der Künstler mit den künstlerischen Mitteln ihrer/seiner Wahl und Teilnehmenden arbeitet und mit dem Jahresthema in Beziehung tritt.SOHO IN OTTAKRING unterstützt nach Möglichkeit bei der Planung und Abwicklung.
Dies ist aber ausdrücklich keine Bedingung für die Teilnahme und nicht bei allen künstlerischen Arbeiten oder Arbeitsformen angebracht, sondern als Vorschlag an KünstlerInnen zu verstehen, die gerne mit anderen Personen in Austausch treten wollen.
Ein unabhängiges Gremium (Personen werden auf der Website bekannt gegeben) wird gemeinsam mit dem SOHO-Team eine Auswahl treffen. Die Ergebnisse werden bis 25. Februar 2010 bekannt gegeben.
W I C H T I G
Voraussetzung für eine Teilnahme ist die Einhaltung der SOHO-Öffnungszeiten und die Präsenz der KünstlerInnen/Beteiligten.2010 gibt es während des Festivals SOHO IN OTTAKRING folgende Öffnungszeiten:
Samstag/ Sonntag 08./09.Mai | Mittwoch-Sonntag 12.-16.Mai |
Mittwoch-Samstag 19.-22. Mai, jeweils 17.00 – 22.00 Uhr4. Bewerbungsunterlagen und Deadline für die Bewerbung zu „Kick the Habit“:
I. Darstellung der Ausstellungs- oder Projektidee und der geplanten Umsetzung auf max. einer A4 Seite und – falls notwendig – eine ausführlichere, visualisierte Beschreibung des Vorhabens inkl. örtliche Anforderungen
II. Ausführlicher und realistischer Finanzplan inkl. Technik
III. Grober Zeitplan
IV. Eventuelle KooperationspartnerInnen oder weitere Sponsoren angeben
V. Kontaktdaten der verantwortlichen Person(en)
VI. Kurzbiografie aller voraussichtlich involvierten Personen
VII. Hinweis auf Websites (falls vorhanden)Kuvert und Unterlagen bitte mit „Kick the Habit “ beschriften. Bewerbung zum Thema Aids bitte mit Zusatz „Aids“ vermerken.
EINSENDUNGEN (nur POSTALISCH!) BIS 01. FEBRUAR 2010 (POSTSTEMPEL) BITTE AN:VEREIN SOHO IN OTTAKRING
BRUNNENGASSE 68/9
A-1160 WIENSpätere Einsendungen können leider nicht mehr berücksichtigt werden!
Wir freuen uns auf spannende Vorschläge!
5. Was bietet SOHO IN OTTAKRING:
- Präsentationsmöglichkeit und Unterstützung für künstlerische Arbeiten aus allen Sparten
- Auseinandersetzung mit Kunstpraxen, die sich als emanzipierte gesellschaftliche Beiträge verstehen
- Austausch mit internationalen Projekten, die sich in vergleichbarer Weise mit Kunst, Stadtentwicklung, Migration und demokratiepolitischen Fragen auseinandersetzen
- 15.000 BesucherInnen pro Festival (in zwei Wochen)
- Gesamtorganisatorische Koordination
- Inhaltliche Beratung bei den künstlerischen Vorhaben
- Unterstützung bei Kontaktsuche für Projekte
- Hilfe bei Ortsuche (Lokal, öffentlicher Raum, Geschäft..) im lokalen Bereich
- Hilfe bei Genehmigungen
- Vernetzung mit KünstlerInnen, Geschäftsleuten und Vereinen vor Ort
- Vermittlungs- und Rahmenprogramm für BesucherInnen und KünstlerInnen
- Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die präsentierten Projekte und Arbeiten
- Programmfolder/ Plakate, die Wien weit verteilt werden
- Präsenz auf der Webseite auf http://www.sohoinottakring.at/
- Die Gebietsbetreuung Stadterneuerung des 16. Bezirks steht als Kooperationspartnerin zu Fragen der Stadterneuerung zur
Verfügung. - Nutzung der SOHO-Projektwerkstatt für Präsentationen, Treffen, Vorbereitungsarbeiten
- Mitwirkung an den offenen Redaktionssitzungen für die Sendereihe FS SOHO auf okto: Detaillierte Informationen über fs soho und okto sind zu finden unter dem Punkt Kooperationen auf http://okto.tv/fssoho/ bzw. http://www.sohoinottakring.at/blog/fs-soho/
- Jeden Freitag ab 19.30 Uhr gibt es „Memets Freitagsfisch“ für gemeinsames Essen und informellen Austausch in der
SOHO-Projektwerkstatt. Offen für alle!
6. Kurzbeschreibung von SOHO IN OTTAKRING
SOHO IN OTTAKRING ist ein im Jahre 1999 aus einer KünstlerInneninitiative entstandenes Kunst- und Stadtteilprojekt, welches sich über das Brunnenviertel von Ottakring, 16. wiener Gemeindebezirk, ausdehnt.
Das Brunnenviertel befindet sich im gürtelnahen, dicht bebauten Stadtgebiet rund um den Brunnenmarkt. Es hat eine Fläche von ca. 20 ha und ca. 8000 Bewohner. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund beträgt 36%.In kontinuierlicher Arbeit fokussiert SOHO IN OTTAKRING auf Aspekte der Urbanität, der Stadtteilentwicklung, künstlerische Interventionen und Möglichkeiten der Partizipation im lokalen Umfeld und der Frage nach der Teilnahme und Mitsprache im öffentlichen Leben. Wesentliches Merkmal sind Kooperationen mit KünstlerInnen und TheoretikerInnen auf nationaler und internationaler Ebene, mit verschiedenen örtlichen Gruppen und Institutionen wie z.B. der Gebietsbetreuung Ottakring, Schulen der Umgebung, Jugendeinrichtungen, mit Geschäftsleuten und Anrainern sowie die offensive Nutzung des öffentlichen Raumes während des alljährlichen 2-wöchigen Festivals im Mai.
Das Spannungsfeld der unterschiedlichen BewohnerInnen und Interessen des Gebietes, in dem SOHO stattfindet, bildet den Unterboden – und bei manchen Kunstprojekten auch den Nährboden – der künstlerischen Arbeiten. Die Bandbreite dieser Arbeiten ist groß und reicht von „klassischen“ Ausstellungen bis zu konkreten sozial-politisch engagierten Projekten, welche die Implikationen des Viertels als modellhafte gesellschaftliche Problemfelder aufgreifen und in den Mittelpunkt rücken. Diese künstlerische Praxis wird seit einiger Zeit
besonders unterstützt.Inhaltlich soll der eingeschlagene Weg, sozio-politische Kunstprojekte zu forcieren und zu stärken weitergeführt werden. Besonderes Anliegen ist, auf die am Viertel ablesbaren gesellschaftlichen Probleme und auf aktuelle Themen des Gebietes einzugehen.
Zusätzlich strebt SOHO IN OTTAKRING den Austausch mit Projekten ähnlicher Zielsetzungen in anderen europäischen Städten an.
SOHO IN OTTAKRING
…ist ein Kunstprojekt und –festival, das einen jährlichen Fixpunkt im Wiener Kulturgeschehen darstellt und an dem zugleich großes internationales Interesse besteht.
…verschreibt sich gleichermaßen der Idee einer offenen, niederschwelligen Teilnahmemöglichkeit an künstlerischer Arbeit, wie der Unterstützung und Präsentation von wegweisenden und experimentellen künstlerischen Arbeitsformen und Arbeiten
…glaubt an partnerschaftliche und selbstbestimmte Kooperationen zwischen SOHO als Veranstalter und teilnehmenden KünstlerInnen/Personen
…möchte im Rahmen seiner Möglichkeiten Partizipation in der Gesellschaft (im Sinn einer Teilnahme an Öffentlichkeit und öffentlichen Prozessen) fördern und Auseinandersetzung mit „dem, was ist“ bieten
…weiß, dass nicht alle Widersprüche (sofort) auflösbar sindZur weiteren Information zu SOHO IN OTTAKRING 2009 siehe auch:
„SOHO IN OTTAKRING. What’s up? Was ist hier los?“, in Deutsch/Englisch bei springer Wien/New York erschienen, 152 Seiten. ISBN: 978-3-211-78587-4, erhältlich im Buchhandel
7. Kontakt/Information
Verein SOHO IN OTTAKRING, Brunnengasse 68/9,1160 Wien
e-mail: contact@sohoinottakring.at
http://www.sohoinottakring.at- Kontaktstelle: Projektwerkstatt-SOHO, Schellhammergasse 24/ Ecke Hubergasse, 1160 Wien
- Konzept SOHO 2010: Ula Schneider, Wolfgang Schneider, Beatrix Zobl
- Projektleitung: Ula Schneider | ula.schneider@sohoinottakring.at | t. 0699 195 33 594
- Organisation: Irene Grabherr | gbstern16@gebietsbetreuung.wien.at | t. (01 ) 406 41 54
- Vermittlung: Birgit Hadler
- web: Stefan Nussbaumer | web@sohoinottakring.at
- Technik: Peter Riedl | pril@sil.at | t. 0676 611 56 77
- Finanzen: Paul Stepan
- Presse: noch offen
- Dead in Transition
Kerstin Kellerman im Interview mit der Künstlerin Tanja Ostojic über männliche und weibliche Rollenbilder in Osteuropa in Zusammenhang mit der Ausstellung “Gender Check” im MUMOK.
Auch nachzulesen unter:
http://www.augustin.or.at/article1384.htm
Dead in Transition
Rollenbilder und Realitäten für Frauen und Männer im “Gender Check”
In Osteuropa war der Großteil der Frauen berufstätig. Der Preis, den sie in der Phase des Überganges zur Marktwirtschaft für ihre frühere Stärke im Sozialismus zahlen mussten, war dementsprechend hoch. Die Ausstellung „Gender Check“ im MUMOK kann die Fülle an Themen und Kunst nur anreißen. Kerstin Kellermann führte für den Augustin ein Gespräch mit der teilnehmenden Künstlerin Tanja Ostojic.Kerstin Kellermann 04.12.2009
Als ich vor dem Krieg in Jugoslawien lebte, hatte ich den Eindruck, dass der Geschlechterkampf nicht so stark ist wie in Österreich. Dass es den Frauen erlaubt wird, ein Charakter zu sein. Es schien mir nicht so sehr männlich gegen weiblich, sondern die Frauen waren sich sicher, sie könnten ihren Charakter ausleben und es müssten nicht so viele Weiblichkeits-Shows auch in erotischer Hinsicht geliefert werden. Ich kann ich selber sein, und das ist kein Problem.
Durch die sozialistische Arbeiter-Befreiung waren die Frauen emanzipiert, in der Arbeit gleichberechtigt, und normalerweise waren sie in der Familie die Dominierenden. Wenn schon nicht im Berufsleben, so waren sie zu Hause der Boss und sicherlich diejenigen, die den Männern sagten, was sie zu tun haben. Sie in eine Richtung zu pushen, zu schubsen, ihnen Mut zu machen … (lacht). Ein Grund, warum wir keine Geschlechterkämpfe hatten, ist, dass offiziell erklärt wurde, dass Frauen und Männer gleich sind. Es gab kein Bedürfnis, Empowerment von unten zu betreiben, da die Gleichberechtigung zu einem großen Teil von oben organisiert wurde.
Ich hatte den Eindruck, dass die Leute mehr wie Brüder und Schwestern, Kameraden, Genossen miteinander umgehen und nicht so stark in den Rollen der Männlichkeit und Weiblichkeit verhaftet sind. Sogar wenn Frauen stark geschminkt und sexy gekleidet waren, schien es mir nicht so stark eine Erotisierung über die Typisierung wie im Kapitalismus zu sein. Es ist diese Frau als Person und nicht ein bestimmter Typus, der erotisiert wird.
Hier hast du die Barbie-Puppe oder das Playboy-Girl als erotische Rolle. Die Arbeit „Jebite Me“ (Fuck me, 1981) von Vlasta Delimar in der Ausstellung passt gut zu dieser Debatte. Sie ist in ihrer Kunst genau das, was sie in Wirklichkeit ist: ein Charakter. Sie hat kein Problem damit, Sex einzufordern. Sie macht sich nicht zurecht. Sie sieht eben so aus, wie sie ist. Vlasta Delimar ist keine kroatische Export-Feministin. Alle schimpfen auf sie. Sie scheint politisch nicht korrekt zu sein, ihre Arbeit sieht sehr sexistisch aus, aber in Wirklichkeit, wenn du genauer schaust, ist sie emanzipatorisch.Was die Männer betrifft, hatte ich den Eindruck, dass sie nicht so männlich waren. Sie waren sogar überrascht, wenn jemand männliche Rollen von ihnen erwartete. Ich rede jetzt von Slowenien.
Slowenien ist anders. Trotzdem, das Patriarchat war ziemlich präsent. Die Männer hatten gewisse maskuline Rollen. Wenn ich eine Analyse von Gesamt-Jugoslawien machen würde, in welchen Gebieten es patriarchaler war und wo nicht, würde das allein meinen persönlichen Eindruck wiedergeben.
Mein Mann ist gut – er schlägt mich nicht einmalMit dem Krieg kam dann überraschenderweise diese ganze extreme Maskulinität raus. Ich fragte mich, wo die in diesem Moment herkam?
Diese Maskulinität existierte in einem Großteil der Bevölkerung, bei den weniger Reichen und Gebildeten waren maskuline Rollen stärker präsent. Frauen in den Dörfern sagen noch immer, mein Ehemann ist gut, er schlägt mich nicht einmal. In der Realität litten die Frauen sehr und tun das immer noch. Die Vergewaltigungen im Krieg auf nationaler Basis sind eine Horrorstory – es ist sehr schwer, darüber zu sprechen, aber das ist wirklich das Schlimmste, und es gibt keine Arbeit in der Gender-Check-Ausstellung, die sich mit diesem Thema beschäftigt. In meiner Arbeit „Personal Space“ (1996) für die Biennale der jungen Künstler in Vrsac in der Vojvodina gibt es dieses starke Gefühl von Trauma, das man darin lesen kann. Ich hörte, dass es als Werk einer bosnischen Künstlerin eingeschätzt wurde, das sich auf Vergewaltigung bezieht. In der Performance stehe ich zwei Stunden unbeweglich da, rasiert und ohne Haare und von Marmor-Staub bedeckt. Vrsac war nicht vom Krieg betroffen, außer dass Flüchtlinge kamen. Die Biennale-Besucher waren von meiner Performance geschockt, denn in dieser Zeit gab es eher Bilder und Skulpturen – keine Performance, kein Verwenden des Körpers.Letztes Jahr sah ich in Jerusalem eine Menge Arbeiten zum Thema Soldaten und über 18-Jährige, die auf Menschen schießen sollen. Mich beeindruckte die junge Künstlerin Jumana Mana sehr, die junge Männer im Pyjama in ihren Kinderzimmern im Bett fotografierte, um ihre Verletzlichkeit zu zeigen. In dieser Ausstellung gibt es wenig zur männlichen Rolle des Soldaten.
Es gibt das Werk „Face to Face“ (2003) des Künstlers Dren Maliqui aus dem Kosovo, in dem er die Rolle eines Kosovo-Helden mit Maschinenpistole, der wie Elvis Presley in Pop-Art-Manier posiert, aufzeigt. Aber diese Kunst wurde in Belgrad heruntergerissen, weil sie dachten, es sei nationalistisch (lacht). Die Nationalisten in Belgrad nahmen an, es sei die Verherrlichung eines Kriegsverbrechers. Im Kosovo ist er ein Held der Nationalbefreiungsarmee, in Serbien ist er ein Kriegsverbrecher. An dieser Dualität bin ich aber nicht interessiert, sondern an der, dass er hier als Popstar präsentiert wird. Meiner Meinung nach ist es ein kritisches Kunstwerk. Kuratorin Bojana Pejic integrierte das Soldatenthema in andere Abteilungen. Ich hätte zum Beispiel ein Werk von Jelica Radovanovic gebracht, das nicht in der Schau ist: Sie gibt ihrer Tochter die Brust und trägt auf der einen Hälfte ihres Gesichtes einen Schnurrbart und auf ihrer Brust steht „Drzava to sam ja“ geschrieben, „Der Staat bin ich“. Das war in der Hardcore-Milosevic-Zeit. Das ist eines der Werke, das sich mit dem wirklichen Gender-Thema, der politischen Macht und dem Krieg auseinander setzt. Als Nationalismus und Krieg kamen, war die Generation meiner Tanten emanzipiert. Diese Generation, mit Geburtsjahr in den 80ern, wurde in Rollen gedrückt, die Kirchen und das Patriarchat für sie erschufen, und fanden sich als Hausfrauen wieder.
In der Ausstellung gibt es Frauen und Männer als Gleiche in der sozialistischen Kunst, dann einen Spalt und dann gibt es diese Körper-Kunst … Es fehlt etwas dazwischen.
Dazwischen sind alle diese abstrakten Skulpturen und Tapisserien, die Frauenkörper darstellen sollen. Seit den 50ern war Modernismus die dominante Staats-Kunst, in Jugoslawien eben nicht die sozialrealistische Kunst. Tito liebte abstrakte Kunst, und ich denke, er finanzierte sie. Weil die abstrakte Kunst nichts mit der Realität zu tun hatte.Jetzt streiken die serbischen Arbeiter wie verrückt
Kennst du Künstlerinnen aus der Generation deiner Mutter?
Sanja Ivekovic und Marina Abramovic sind genau die Generation meiner Mutter. Meine Mutter starb in der Phase des Übergangs, viel zu früh mit nur 55 Jahren. Sie arbeitete in der Frauenmode-Industrie. Die Angestellten und die ganze Fabrik wurden an jemanden verkauft. Ich kreierte eine Arbeit und machte eine Performance für die „re.act.feminism“-Ausstellung in Berlin. Ich zog ganz viele Kleidungsstücke über, auch eine Menge ihrer Kleider und erzählte, wie schmerzhaft der Übergang für sie war. In Gender Check gibt es eine Arbeit die „Privatizacija“ heißt (Ozana Brkovic, 2003), ein großes Bild einer Frau, der vor lauter Stress Rotz und Blut aus der Nase läuft. Alle diese Arbeiter im früheren Jugoslawien waren gewohnt, stabile Jobs zu haben, und sie waren in die Entscheidungsfindung in ihren Firmen eingebunden. Plötzlich wurden die Firmen verkauft, und das war ein großer Schock für diese Leute, die Jahrzehnte im Sozialismus gelebt hatten. Früher konnten selbst Reinigungsfrauen über bestimmte Dinge mit entscheiden. Meine Mutter arbeitete für eine elitäre Firma für Damenbekleidung in der Produktqualität, und dann plötzlich verkaufen sie sie und alle müssen hässliche Sachen bearbeiten, bekommen extrem wenig bezahlt, werden gekränkt und erniedrigt. Sie wurden monatelang nicht bezahlt. Sie trug die Verantwortung für ihre Angestellten. Also sagte sie ihnen, einen Tag näht ihr für die Firma und einen Tag für euch selbst, so versuchte sie eine gewisse Balance zu schaffen, aber es war unmöglich. Sie hatte Ärger mit ihren Bossen. Das ist die „Transition“, ein sehr schmerzvoller Prozess im früheren Osteuropa. Jetzt gerade streiken die Arbeiter in Serbien wie verrückt. Nach Monaten des Hungerstreiks bissen sie sich in ihrer Verzweiflung die Finger ab! Schreckliche Dinge geschehen. Das ist alles „Transition“. Ein Horror-Prozess! Wir sehen das nicht in dieser Ausstellung, die Themen sind so riesig, man kann sich nur auf bestimmte Dinge fokussieren.
Die Zeitspannen sind so kurz, es gab den Krieg, jetzt herrscht der Kapitalismus. Wie können die Leute mit all diesen Veränderungen in diesem Tempo umgehen? Ich fand immer, dass die Frauen sehr stark sind.
Es ist schwer. Aber das ist auch das Problem: Wenn du stark bist, denkst du, dass du immer stark sein musst, und dann pumpst du dich auf und lässt dich selbst nie schwach werden. Du musst immer die Stärkste sein und dann kollabierst du. Du wirst nie krank und dann stirbst du plötzlich. Meine früh verstorbene Mutter hatte genau dieses „Syndrom“, sie erfüllte mindestens fünf Rollen perfekt, sie starb an der Phase des Überganges im Dezember 2005.
- 2nachtsmarkt
Die Gebietsbetreuung Stadterneuerung im 16. Bezirk lädt herzlich ein: Kunst & Design Markt entlang der Neulerchenfelder Straße, Erreichbar mit der Linie 2
FR 11.12., 15-21 h | SA 12.12., 11-21 h | SO 13.12., 11-18 h
Designstücke Kaufen, Geschenke selber machen, Punsch & Events
Der 2nachtsmarkt ist ein Projekt der Gebietsbetreuung Stadterneuerung im 16. Bezirk zur Belebung der Erdgeschoßzone der Neulerchenfelder Straße. Seit Anfang 2008 verfolgt die Gebietsbetreuung hier die Strategie durch temporäre Bespielung das räumliche Potenzial der Leerstände sichtbar zu machen.
WEIHNACHTSSHOPPING
NEULERCHENFELDER STRASSE 6-8 / ehemalige Kunststoffhandlung Wettlinger
cadê? natur.textil.design, feine Accessoires aus Filz und feinstem Walkstrick
gänseklein textile Accesoires, Fairtrade-Verkostung
KAKAO Katharina Mayr, Wärmende Mode aus kuscheligen Walk für Kinder von 0 – 6 Jahren
OKUNI // afrikainspired Mode, ATAYA – senegalesische „Tea-Time“ mit Sidy M. Wane, DJANE Masistaluv Musik vom Feinsten, Sa 19–21 Uhr
kiri:kou Kostbarkeiten aus Afrika
Zakia Edles Sammelsurium
FRAU REH näht Mode und süße Sachen für Kitz und Bambis, www.freigehege.at
LiLiss ist einzel-ARTige Mode für Damen, www.liliss.com
Kerstin Bennier filzdesign für exklusive Wohnraumgestaltung, www.bennier.net
Nathan Murrell und Angelika Lienhart Portrait- und Modefotograf aus London und Kuratorin bieten winterlich gestylte Fotoportraits zum Verschenken zu Weihnachten anSubsatellit & Freunde laden zum Verweilen und gemütlichen Stöbern in den Salon. Das gesamte Inventar des Salons kann erworben werden, ebenso wie Klamotten, Taschen und Accessoires. Nice drinks-slow food-good sound; außerdem: Aufgemöbelt: Anais Heininger; ollo Taschen: Patrik Schneider; Maria Steiner: fashion & some more
kloanes Wiener Kaffee Ein ambientvolles Plätzchen an dem Quantität keinen Platz hat, stattdessen gemütliches Verweilen bei Kaffee, Lektüre und Musik erwünscht ist; Kaffee und Teegenuss für freie Spende.
Punscherei + Wurst im Hof
NEULERCHENFELDER STRASSE 24 / ehemaliges Top Schuh
FADENFREUDE verflixt und zugenähtes
hollyaroh näht mit Keramik und töpfert mit Stoff, Taschen, Ringe, Hauben und Keramik, www. hollyaroh.at.tp
LINUSCH Mode, Kostüm, Druck / Winterkollektion „Stückwerk“
Inner Device Siebdrucke mit fetzigen Sprüchen auf Shirts und Pullis
Á grænblár glugga handgemachte Dinge für fröhliche Menschen
HOR 29. NOVEMBAR kommunistischer Weihnachtsschmuck der bis Ostern noch aktuell ist, http://29novembar.postism.org/NEULERCHENFELDER STRASSE 35 / Rema Print
Sternstundenkollektiv lädt in die planetarische Küche – zum Mitkochen oder Essen; Gemälde und Zeichnungen von Alice Pichler, Fotos aus Mexiko und Wien von Kili Schmid, (delikat statt jumex), weihnachtliche Musik von Lindo Records; außerdem allerlei Dinge für den Weihnachtsbaum; www.kilischmid.com, www.pichler.artyshock.com, www.lindo.at
NEULERCHENFELDER STRASSE 73 / ehemaliges Thai Salon
DAS VIADUKT DRUCKT THAI Siebdrucken / Schauraum / Auflegerei / Punsch + Bier, Warme Waffeln + heiße Würstln; Fr 11.12 von 15 bis 24 Uhr und Sa 12.12. ab 10 Uhr bis open end; http://dasviadukt.at/
NEULERCHENFELDER STRASSE 83 / Tempo 16
ROMA LOUNGE xmas Flohmarkt, www.direkthilferoma.at
WALKSTÜCKE – zum reinschlüpfen und wohlfühlen aus 100% reiner Wolle
SUSIS KOLLEKTION Jean´s Recycling Collection, Häkelschmuck, “Ready To Hang” – Gemälde
Susanna Kroll Kunstsymbole aus Speckstein und Mineralien, kostbare kostenlose Körperarbeit
Atelier IKO-ART produziert FUN-ART-OBJEKTE: Deko-stöcke, www.iko-art.atNEULERCHENFELDER STRASSE 85
Taschen von wmdesign aus feinen Stoffen jede Tasche ein handgefertigtes Einzelstück
„Mein Schmucksalon“ präsentiert handgearbeitete Kreationen – Ohrringe, Armbänder, Ringe – aus ausgewählten MaterialienNEULERCHENFELDER STRASSE 90 / blumberg
blumberg Punsch trinken – Design erfahren! blumberg öffnet seinen Schauraum dem vorweihnachtlichen Publikum und stellt seine Produkte zum Verkauf: Leuchtende Drahtwickel, Vielfach Regale, Tisch und Hocker, www.blumberg.at
BLUMBERGGASSE 4
Kreativwerkstatt Blumberg Gemaltes, Farbiges, Anziehendes, Dekoratives, Getöpfertes, Kaufbar !Rahmenprogramm! Blumberggasse 4, Souterrain, Tel. 01-481 76 64; Fr 11.12., 17-21 Uhr; Sa 12.12., 11-21 Uhr; So 13.12., 11-16 Uhr
AKTIONEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM
Kinderchor VS Gaulachergasse eröffnet am Schulsportplatz mit stimmungsvollen Winterliedern den 2nachtsmarkt. Fr, 11.12., 15 Uhr, Neulerchenfelder Straße 54
Akustische Straßenreinigung mit den “Mistministern”; ein Einkaufwagen voller Instrumentenklänge zieht durch die Straße. Stehenbleiben, hinhören, mitwandern, dazuspielen und hereinkommen! Tourstart an der Ecke Neulerchenfelder Straße/Brunnengasse, Fr 11.12. ab 17.30 (letzte musikalische Einkehr ca.19.30, Haus Nr. 83, Sa, 12.12. ab 17.00 (letzte Einkehr ca. 19.30, Haus Nr.83, als Gäste die Musiker von “Indowa”)
TRAMOLETT Susanne Rosenstingl und Anna Brodacz sind zwei Clownfrauen, die den Werbespruch der Wiener Linien „Die Stadt gehört Dir“ wörtlich genommen haben. Überall sind wir zu Hause. Denn Wien ist unser Wohnzimmer und die Straßenbahn wird zum Schauplatz einer clownesken vorweihnachtlichen Geschichte. Sa 12.12. von 16 bis 17 Uhr und von 18 bis 19 Uhr, So 13.12. von 13 bis 14 Uhr
HOR 29. NOVEMBAR schwärmt aus in die Neulerchenfelder Straße; (t)ko p(j)eva zlo ne misli
PUNSCHMOBIL Der wandelnde Punschtopf versorgt die PasantInnen in der Straße
SELBER MACH GESCHENKE UND WORKSHOPS
NEULERCHENFELDER STRASSE 6-8 / ehemalige Kunststoffhandlung Wettlinger
Masken basteln für groß und klein // OKUNI // Unkostenbeitrag 2 €; Fr, 11.12.: 16–19 Uhr, Sa, 12.12.: 15–18 Uhr, So, 13.12.: 14–17 Uhr
kiri:kou „Ein Weihnachtsbaum der anderen Art“ als „work in progress“ – jeder kann mitmachen und den Weihnachtsbaum zum Wachsen bringen, (Afrikanische) Märchenstunde für Klein und Groß; Fr, 11.12.: 16–19 Uhr, Sa, 12.12.: 15–18 Uhr, So, 13.12.: 14–17 Uhr
Kuscheltiere selber nähen mit FRAU REH. Täglich zwischen 14 und 17 Uhr haben Kinder ab 3 Jahren die Möglichkeit, sich unter Anleitung ihr persönliches Kuscheltier selbst zu schneidern. Unkostenbeitrag 5 €.NEULERCHENFELDER STRASSE 35 / Rema Print
Magnet-Sterne zum selbst gestalten mit Sternstundenkollektiv
drumherum und drauf weihnachtliches Fotostudio für Postkarten, Schokoladen und Verpackungen. Fr 11.12., 14–21 Uhr, Sa 12.12., 10–21 Uhr, So 13.12., 14–18 UhrNEULERCHENFELDER STRASSE 70
Gameboymusicworkshop (mit dem Programm Korg DS10) am Fr, 11.12. von 14 bis 16 Uhr; Die Veranstaltung wird vom Gameboymusicclub, den Ottakringer Kulturfreunden und dem CCV 16 unterstützt
NEULERCHENFELDER STRASSE 73 / ehemaliges Thai Salon
Siebdrucken Das Viadukt druckt verschiedene Motive auf mitgebrachte Textilien. Bringt eure T-shirts, Taschen, Hosen, Polsterbezüge, Tücher, Kochschürzen und Pullover mit! Fr 11.12.: 15 – 21 Uhr, Sa 12.12.: 10 – 21 Uhr
NEULERCHENFELDER STRASSE 90 / blumberg
Bucheinband gestalten für Kinder Gestaltet euren eigenen Bucheinband! Die Buchbinderin Ira Laber bringt das Buchinnenleben, ihr gestaltet den Bucheinband. Die fertigen Bücher können sofort mit nach Hause genommen werden. Materialkosten: € 3,50. Am Sa 12.12., 10–21 Uhr
Leporello für Kinder Urlaubserinnerungen: für die Bilder deiner besten FreundInnen könnt ihr ein kleines Fotobuch in Form eines Leporellos (ein Ziehharmonika-artig zusammengelegter Papierstreifen) gestalten, Materialkosten: € 3,50. Am So 13.12., 14–18 Uhr
KULTURELLES RAHMENPROGRAMM
BRIAN BRAIN – club audioprovocateur “Eine Musik-Show jenseits von Gut und Jazz”. Im aktuellen Projekt tritt Herbert Könighofer‘s Alter Ego Brian Brain als Aktionskünstler und Audioprovokateur in Erscheinung. Das gebotene musikalische Spektrum ist ein weit gefächertes und reicht von Avantjazz und experimentellen Soundkollagen auf der einen Seite bis hin zu Zappaesken Blues- und Rock Werken, poppigen Balladen und fragilen Piano Momenten. Die Kompositionen wechselwirken mit Video-Installationen, Performancekunst und dem Publikum. Fr.11.12., 20 Uhr, Neulerchenfelder Straße 6-8
DJ // Masistaluv Musik vom Feinsten im 1. Stock; Sa, 19–21 Uhr, Neulerchenfelder Straße 6-8
Weihnachtszeit – Im Himmel und hier wird momentan viel Strom verbraucht Eine performative Rauminstallation, drei Akteuere, setzen ein Gedicht von Aglaja Veteranyi in Szene. Nina Vobruba (physical theatre, Tanz), Oneka von Schrader (Tanz,Gesang) und Udo Thomaschütz (Percussion, Tanz) beleuchten die poetischen, melancholischen und skurrilen Facetten der Weihnachtszeit. Sa 12.12., 20-21 Uhr, Neulerchenfelder Straße 6-8
Flexibel.!! Soundsystem Jam Session -Tag der offenen Tür. Nimm dein Instrument oder Stimme oder deine Schallplatten oder was dir sonst noch einfällt. Alles andere ist schon da. Wir spielen gemeinsam.Verstärkt. !! Offenes Programm an beiden Tagen: hip hop-dj’s mixin Dance BreakingBeat auflegerei performance. Neulerchenfelder Straße 6-8
Jessica Lind liest „Stille Nacht …“ Winterlich-weihnachtliche Kurzgeschichten in Worten und Bildern, mit Satzzeichen und Einstellungsgrößen, auf Papier und 16 mm. Sa, 12.12., 18 Uhr, Neulerchenfelder Straße 24
Peter A. Krobath liest „Weihnachten für Loser” Traurig-komische Geschichten über Weihnachtsmarkt-Verkäuferinnen, Heizungsableser und andere Protagonisten aus dem Prekariat. Sa 12.12., 19 Uhr, Neulerchenfelder Straße 24
LIVE in der Thai-Massage: Apocalypso Mike am Sa 12.12., 20 Uhr; Seehofer House Buam am Sa 12.12., 21 Uhr, Neulerchenfelder Straße 73
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- Unsere Frau fürs Grobe – Fekter for Wissenschaftsminister
Maria Fekter als neue Wissenschaftsministerin brächte einige Vorteile, zum Beispiel könnte sie ohne großen Imageverlust das Audimax räumen lassen. Außerdem ist sie eine Frau.
Eine SATIRE von Kerstin KellermannWissenschaftsminister Hahn läßt die Studenten nicht nur mit seinem Sager, dass bei den Spontis das Spontane meist schnell zu Ende sei, und mit den sowieso schon den Universitäten gewidmeten „zusätzlichen“ Geldern ins Leere laufen. Die heldenhaften Widerständler streiken mit Ausdauer in ein politisches Vakuum hinein.
Warum kann die große Koalition nicht jetzt, wenn nicht einmal Bundeskanzler Werner Faymann über mehr Personal im Universitätsbereich (Arbeitslosigkeit bei Akademikern!) nachdenken will und die Situation zwischen Politikern und Studenten als ausweglos erscheint, Maria Fekter zur neuen Wissenschaftsministerin machen? Sie wäre in mehrerer Hinsicht geeignet für den Job: Erstens könnte sie, mit ihren guten Kontakten und Kenntnissen von Polizeitechniken das Audimax sofort räumen lassen – ohne viel Federlesens und ohne mit der Wimper zu zucken. Und endlich mit diesen faulen, deutsch-ausländischen Studenten mit ihren unschuldigen Rehaugen, die ja nur behaupten, noch effektiver, schneller und effizienter studieren zu wollen, und mit den „ganzen vorwiegend links-sektiererischen Audimax-Besetzern“ (c Oliver Pink/Die Presse) – die sozusagen aus dem Ende des realen Sozialismus oder der faktischen Bankrotterklärung des österreichischen Sozialstaates nichts gelernt haben – aufräumen. Das würden alle verstehen, dass eine „Sicherheitsministerin“ als erste Amtshandlung einen Räumungsbefehl geben würde. Wer, wenn nicht sie?
Zweitens ist sie eine Frau und könnte als solche ohne drohendem Imageverlust mit der kargen Hinterlassenschaft von Johannes Hahn („Sie ist ja doch nur eine Frau“, werden viele sagen) umgehen. Laut Medienberichten will die ÖVP „nur“ eine Frau für das abgewirtschaftete Amt des Wissenschaftsministers haben. Frauen müssen ja immer hinter den Männern – die nach Brüssel oder sonst wohin entschwinden – zusammen räumen und die Scherben aufklauben. Drittens hätten dann endlich alle ungeliebten Fremden eine Atempause, denn in letzter Zeit veröffentlichte Aussagen der Innenministerin lassen auf sehr emotionale (weiblich?!) und beinahe schon haßerfüllte Motive („eliminieren“) der Verfolgung muslimischer Bevölkerungsgruppen schließen. Sogar Herr Vizekanzler Pröll wird sich schon gefragt haben, ob „Maria Strache“ (c Michael Fleischhacker) nicht ein bißchen über das Ziel hinaus schießt. Als Wissenschaftsministerin könnte Maria Fekter in Ruhe ihre Bildung erweitern, sich z.B. über den Bologna-Prozeß und seine Folgen informieren, die real oder fiktiv mögliche Wirtschaftlichkeit von Universitäten erforschen, erfahren, dass sich die Zahl der Arbeiterkinder auf der Universität in absoluten Zahlen verdoppelt hat und eventuell selbst nebenbei ein Studium anhängen. Sie hätte mehr Zeit, z.B. die UN-Menschenrechtskonvention zu studieren und müßte sich nicht ständig mit den polizeilichen Hierarchien und diesen ganzen Männern in Uniform herum schlagen. Ein neues Amt täte Frau Fekter sicher gut, denn ansonsten ist sie eventuell bald Burnout gefährdet, bei all diesen kniffeligen Schubhaftsverschärfungen und möglichen Verhinderungen von Liebe, Ehe und Kinderproduktion von und mit Ausländern. Sie könnte ihr stahlhartes Image wieder ein bißchen sanfter anlegen und sich gleichzeitig weiterhin als „Die Frau fürs Grobe“ und als Spezialistin für momentan ausweglose Ämter positionieren.
Vielleicht würde Maria Fekter selber, ähnlich wie die ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat, IHM für eine neue Aufgabe danken – dem lieben Gott und nicht den Herrn Pröll oder Schüssel. Rauch-Kallat bedankte sich 2002 beim lieben Gott, dass so erstaunlich viele Frauen die ÖVP wählten. Neuer Innenminister könnte doch anschließend ein leicht christlich angehauchter Mann werden, damit die Caritas und die wirklich religiösen Menschen („Liebe deinen Nächsten“) mit der christlichsozialen Politik der ÖVP endlich wieder zufrieden sein dürfen. Und dieser Mister X könnte dann als erste Amtshandlung sein tapferes Männer-Herz, (Typ weicher Kern in harter Schale) zeigen und Arigona, ihre arme Mutter und die Kinder im Lande belassen.
- LADY’s PUBLIC
3 Gespräche über feministische Ansprüche an Öffentlichkeit, Raumnahme und Sichtbarkeit im Kubus EXPORT Der Transparente Raum, Gürtelbogen 48, Lerchenfelder Gürtel/ Höhe Friedmanngasse (U6 Josefstädter Straße) am 30. Oktober, 20. November, 11. Dezember 2009, jeweils 19.00 Uhr
Der Begriff Stadt wird oft zur Metapher für die Frau: die Festung, die man einnehmen muss. Man muss sie erobern und penetrieren, jedoch in der Stadt selbst waren Frauen in den Häusern verschlossen und hatten außerhalb der Mauern fast keinen Raum. Sie gingen zu den Geschäften, zu anderen Familien und wieder zurück in das Heim. Wenn ich durch die Stadt gehe, dann sehe ich nur Häuser, die von Männern gemacht sind. (VALIE EXPORT)
Mit der zukünftigen Bespielung des Kubus EXPORT Der Transparente Raum steht die Programmierung eines hybriden Raumes zur Debatte, der Öffentlichkeit für feministische und Gender-Themen schaffen kann. In drei Gesprächen bringen Expertinnen ihre Erfahrungen und Überlegungen ein und diskutieren über Strategien zur Sichtbarmachung von feministischen und Gender-Projekten.
PROGRAMM
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30. Oktober 2009, 19.00 Uhr
Lady’s Public #1: Auftaktveranstaltung mit VALIE EXPORT
Begrüßung durch Frauenstadträtin Sandra Frauenberger
„10 Jahre später. Eine kurze Geschiche von Planung und Kunst im öffentlichen Raum“
VALIE EXPORT (Künstlerin) und Silja Tillner (Architektin) im Gespräch mit Angelika Fitz (Kulturwissenschafterin)
Vor 10 Jahren wurde der Kubus EXPORT Der Transparente Raum als erhoffte und intendierte „Signalwirkung, Frauen sichtbar zu machen“ (Frauenabteilung der Stadt Wien) konzipiert und installiert. In welcher Weise hat die Stadt diesen wichtigen künstlerischen Impuls aufgenommen?
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20. November 2009, 19.00 Uhr
Lady’s Public #2:
„Feministische Strategien der Raumergreifung“
Monika Mokre (Politikwissenschafterin) und Vina Yun (Autorin, Kulturarbeiterin, Aktivistin) im Gespräch mit Elisabeth Mayerhofer (Kulturwissenschafterin)
Die feministische Auseinandersetzung mit Öffentlichkeit ist stets auch mit einer Kritik an Institutionen verbunden, welche herrschende Verhältnisse (re-)produzieren. Noch immer müssen differenzierte Öffentlichkeitsbegriffe und Teilhabe im urbanen/medialen Raum eingefordert werden. Wie können Strategien dafür aussehen?
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11. Dezember 2009, 19.00 Uhr
Lady’s Public #3:
„Raum schaffen – Sichtbar machen: Frauenrepräsentationen in der Kunst“
Sabine Folie (Kuratorin/Generali Foundation) und Marion von Osten (Künstlerin) im Gespräch mit Elke Krasny (Kulturwissenschafterin)
VALIE EXPORTs Arbeit ist eine Skulptur, aber auch ein Raum, der betreten und benutzt werden kann und damit eine Art Hybrid. Sie kann als Symbol für ungleiche Machtverteilung gelesen werden, für den alltäglichen Kampf der Frauen für gesellschaftlich relevante Sichtbarkeit und Repräsentation. Wie Künstlerinnen diese Notwendigkeit benennen, sich Raum aneignen und feministische Öffentlichkeit produzieren, ist das Thema des Abends.
- Informationen unter www.zoblschneider.net
- Konzept und Organisation: Ula Schneider und Beatrix Zobl
in Kooperation mit VIEW. Vision Entwicklung Westgürtel
Grafik Einladung: Emiko Fujinaga
Technik: prilfish
Die Gespräche werden live auf Radio ORANGE 94.0 und unter www.outofspace.at übertragen – zwischenraumsaufgefüllt mit literarischer Elektroakustik von Lale Rodgarkia-Dara unter Begleitung von Nadja Bucher und Anna Steichen.
VIEW Vision Entwicklung Westgürtel übernimmt im Auftrag der MA 25 die Raumkoordination und –miete im Sinne der Aufwertung des Westgürtelgebietes durch Kunst- und Kulturprojekte.
Dank an Elke Zobl für die Zine-Infos, siehe auch unter: www.grrrlzines.net,
für die Abdrucksrechte an CUNTSTUNT, www.cuntstunt.net
und an Trouble-X, www.troublex.blogsport.de
Mit Unterstützung von:
Frauenabteilung der Stadt Wien | Ottakring Kultur | Josefstadt Kultur | Radio Orange | VIEW – Vision Entwicklung Westgürtel | Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung | Gebietsbetreuung Stadterneuerung
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