Maria Fekter als neue Wissenschaftsministerin brächte einige Vorteile, zum Beispiel könnte sie ohne großen Imageverlust das Audimax räumen lassen. Außerdem ist sie eine Frau.
Eine SATIRE von Kerstin Kellermann

Wissenschaftsminister Hahn läßt die Studenten nicht nur mit seinem Sager, dass bei den Spontis das Spontane meist schnell zu Ende sei, und mit den sowieso schon den Universitäten gewidmeten „zusätzlichen“ Geldern ins Leere laufen. Die heldenhaften Widerständler streiken mit Ausdauer in ein politisches Vakuum hinein.
Warum kann die große Koalition nicht jetzt, wenn nicht einmal Bundeskanzler Werner Faymann über mehr Personal im Universitätsbereich (Arbeitslosigkeit bei Akademikern!) nachdenken will und die Situation zwischen Politikern und Studenten als ausweglos erscheint, Maria Fekter zur neuen Wissenschaftsministerin machen? Sie wäre in mehrerer Hinsicht geeignet für den Job: Erstens könnte sie, mit ihren guten Kontakten und Kenntnissen von Polizeitechniken das Audimax sofort räumen lassen – ohne viel Federlesens und ohne mit der Wimper zu zucken. Und endlich mit diesen faulen, deutsch-ausländischen Studenten mit ihren unschuldigen Rehaugen, die ja nur behaupten, noch effektiver, schneller und effizienter studieren zu wollen, und mit den „ganzen vorwiegend links-sektiererischen Audimax-Besetzern“ (c Oliver Pink/Die Presse) – die sozusagen aus dem Ende des realen Sozialismus oder der faktischen Bankrotterklärung des österreichischen Sozialstaates nichts gelernt haben – aufräumen. Das würden alle verstehen, dass eine „Sicherheitsministerin“ als erste Amtshandlung einen Räumungsbefehl geben würde. Wer, wenn nicht sie?
Zweitens ist sie eine Frau und könnte als solche ohne drohendem Imageverlust mit der kargen Hinterlassenschaft von Johannes Hahn („Sie ist ja doch nur eine Frau“, werden viele sagen) umgehen. Laut Medienberichten will die ÖVP „nur“ eine Frau für das abgewirtschaftete Amt des Wissenschaftsministers haben. Frauen müssen ja immer hinter den Männern – die nach Brüssel oder sonst wohin entschwinden – zusammen räumen und die Scherben aufklauben. Drittens hätten dann endlich alle ungeliebten Fremden eine Atempause, denn in letzter Zeit veröffentlichte Aussagen der Innenministerin lassen auf sehr emotionale (weiblich?!) und beinahe schon haßerfüllte Motive („eliminieren“) der Verfolgung muslimischer Bevölkerungsgruppen schließen. Sogar Herr Vizekanzler Pröll wird sich schon gefragt haben, ob „Maria Strache“ (c Michael Fleischhacker) nicht ein bißchen über das Ziel hinaus schießt. Als Wissenschaftsministerin könnte Maria Fekter in Ruhe ihre Bildung erweitern, sich z.B. über den Bologna-Prozeß und seine Folgen informieren, die real oder fiktiv mögliche Wirtschaftlichkeit von Universitäten erforschen, erfahren, dass sich die Zahl der Arbeiterkinder auf der Universität in absoluten Zahlen verdoppelt hat und eventuell selbst nebenbei ein Studium anhängen. Sie hätte mehr Zeit, z.B. die UN-Menschenrechtskonvention zu studieren und müßte sich nicht ständig mit den polizeilichen Hierarchien und diesen ganzen Männern in Uniform herum schlagen. Ein neues Amt täte Frau Fekter sicher gut, denn ansonsten ist sie eventuell bald Burnout gefährdet, bei all diesen kniffeligen Schubhaftsverschärfungen und möglichen Verhinderungen von Liebe, Ehe und Kinderproduktion von und mit Ausländern. Sie könnte ihr stahlhartes Image wieder ein bißchen sanfter anlegen und sich gleichzeitig weiterhin als „Die Frau fürs Grobe“ und als Spezialistin für momentan ausweglose Ämter positionieren.
Vielleicht würde Maria Fekter selber, ähnlich wie die ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat, IHM für eine neue Aufgabe danken – dem lieben Gott und nicht den Herrn Pröll oder Schüssel. Rauch-Kallat bedankte sich 2002 beim lieben Gott, dass so erstaunlich viele Frauen die ÖVP wählten. Neuer Innenminister könnte doch anschließend ein leicht christlich angehauchter Mann werden, damit die Caritas und die wirklich religiösen Menschen („Liebe deinen Nächsten“) mit der christlichsozialen Politik der ÖVP endlich wieder zufrieden sein dürfen. Und dieser Mister X könnte dann als erste Amtshandlung sein tapferes Männer-Herz, (Typ weicher Kern in harter Schale) zeigen und Arigona, ihre arme Mutter und die Kinder im Lande belassen.


SPEAK / ADD YOUR COMMENT
Comments are moderated.

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Return to Top